Auswertung: Dauerstress bei Männern befördert Risiko für Diabetes


(C) Alan Cleaver, 2009, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY 2.0)

In einer Auswertung der Universität Göteborg zeigte sich, dass Männer, die unter Dauerstress litten, häufiger an Diabetes Typ 2 erkrankten. Es wurden die Gesundheitsdaten von 7200 Männern in Schweden ausgewertet, die man bereits seit den 1970er Jahren aufnimmt. Über ihre Studie berichten die Wissenschaftler im Journal "Diabetic Medicine".

Die Ergebnisse zeigen, dass Männer, welche selber von sich berichteten von Dauerstress geplagt zu sein, ein um 45 Prozent höheres Risiko für die Entwicklung von Diabetes aufwiesen. Entsprechend weniger betroffen waren Männer, die keinen oder periodischen Stress hatten. Für die Studie hatte man Gesundheitsdaten von Männern herangezogen, mit dem Jahrgang 1915 bis 1925.

Die erste Befragung fand zwischen 1970 und 1973 statt, als die Männer zwischen 46 und 56 Jahre alt waren. Danach hatte man die Männer in regelmäßigen Abständen bis Ende 2008 bzw. bis vor ihrem Tod befragt. Zu Beginn der Studie hatten die teilnehmenden männlichen Personen ihren persönlich empfundenen Stresspegel auf einer Skala von eins bis sechs angegeben.

Bei der Selbst-Einschätzung mussten die Personen Stressmerkmale wie Ängste, Ärger, Sorgen oder Schlafstörungen angeben, welche sowohl im Privat- als auch Arbeitsleben verursacht worden waren. Von den 6828 ursprünglich gesunden Männern erkrankten 899 in ihrem weiteren Leben an Diabetes 2.

Der Zusammenhang zwischen Dauerstress und Diabetes blieb auch dann bestehen, nachdem die Forscher der Universität Göteborg Einflussfaktoren wie das Alter, den Body-Mass-Index, Bewegungsmangel oder Blutdruckwerte mit einbezogen hatten. Etwa jeder sechste an der Studie teilnehmende Mann stand im Beobachtungszeitraum mindestens über ein bis fünf Jahre unter Dauerstressmerkmalen.

Laut dem im Januar veröffentlichten Stressreport 2013 klagt in Deutschland fast jeder Zweite über Stress am Arbeitsplatz, wobei etwa 43 Prozent glauben, dass ihre Belastung in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hätte.

Vor allem Leistungs- und Termindruck zählten dazu, aber auch Multitaskingaufgaben beförderten den Stresspegel. In diesem Zusammenhang hatte die deutsche Bundesarbeitsministerin bei der Vorstellung des Reports gesagt: "Stress darf nicht krankmachen". Die Arbeitgeber sollten dafür sorgen, dass Stress am Arbeitsplatz nicht zum Dauerzustand mutiert.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

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