EU: Solarglasindustrie will China in Brüssel verklagen


(C) Themis Solaire Innovation, 2009, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

Einem Bericht vom Handelsblatt zufolge, will die europäische Solarglasindustrie China wegen möglichem Preisdumping in Brüssel verklagen. Seitens des Präsidenten der Interessensvertretung Prosun Glass, Ulrich Frei, hieß es zur Sache, dass die Europäische Kommission Dumpingimporte aus China untersuchen müsse.

Hinter dem Verband stehen rund 50 Prozent der europäischen Solarglasindustrie, heißt es. Die EU-Kommission hätte nun bis zum Ende dieses Jahres Zeit, über mögliche Strafzölle gegen Hersteller aus China zu entscheiden.

Der Ansicht von Prosun Glass nach würde die Konkurrenz aus Fernost die Europäer massiv unterbieten, diese würden teils um rund 50 Prozent unter den Herstellungskosten hierzulande liegen.

Ulrich Frei sagte dazu, dass die Chinesen wohl durch diese Dumpingpreise enorme Verluste schreiben würden, welche jedoch durch die Regierung in Peking kompensiert würden. Man sehe, dass die finanzielle Unterstützung des Staats China "scheinbar endlos" sei.

Mit der Klageanstrengung gegen Dumpingpreise aus China verschärft sich der Kampf zwischen der westlichen und der chinesischen Solarindustrie. Hersteller von Solarmodulen klagen ebenfalls in Brüssel.

Diese sehen ebenfalls Dumping und werfen den Wettbewerbern aus China vor, mit den niedrigen Preisen den Markt zerstören zu wollen. In China zählt speziell die Solarwirtschaft zu einer der Schlüsseltechnologiesektoren, der besonders gefördert werden soll.

In dem sozialistisch festgeschriebenen Fünfjahresplan ist dabei das Ziel angewiesen, welches planwirtschaftlich umgesetzt werden muss. In den Jahren 2010 und 2011 erhielten chinesische Unternehmen in diesem Bereich Kredite in Höhe von 41 Milliarden US-Dollar.

Zuletzt wurde mit Blick auf die USA bekannt, dass man seitens des US-amerikanischen Solar-Bündnisses „Coalition for American Solar Manufacturing“ (CASM) - angeführt durch Solarworld - am 01.02.2013 Widerspruch gegen den Geltungsbereich der Schutzzölle auf Photovoltaik-Importe aus China eingelegt hätte. Die CASM will, dass alle chinesischen Photovoltaik-Module mit Schutzzöllen belegt werden.

Im vierten Quartal 2012 ist Medienberichten zufolge der Solarmarkt Chinas weiter massiv gewachsen. Im Quartalsbericht für das letzte Vierteljahr 2012 teilte NPD Solarbuzz mit, dass China rund 33 Prozent der globalen Nachfrage nach Solarprodukten auf sich vereint haben soll.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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