Griechenland: Immer mehr Ärzte/Mediziner verlassen das Land


(C) Milos Kaljevic, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Dem Krisenland Griechenland haben einer aktuellen Studie der Medizinischen Vereinigung Athens (ISA) bereits 4000 Ärzte innerhalb der vergangenen drei Jahre den Rücken gekehrt.

Dies stellt immer mehr eine Gefahr für die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung dar, wenn sich dieser Trend weiter fortsetzen sollte, merkte man seitens der ISA an.

Der Grund für die Abwanderung der Ärzte ist offensichtlich, denn diese suchen im Ausland nach besseren Verdienstmöglichkeiten, heißt es beim "Greek Reporter". Der Trend zur Abwanderung ist seit dem Jahr 2007 ansteigend.

Bessere Möglichkeiten zur Ausübung des Berufs und damit gekoppelt auch bessere Verdienstumstände und Weiterbildungsmöglichkeiten sieht man vor allem in den nordeuropäischen Ländern und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Man stellte zudem fest, dass über 60 Prozent der bereits abgewanderten Ärzte/Mediziner hochqualifiziert seien. Vielen würde keine andere Wahl bleiben, als das Land zu verlassen, da Griechenland seine Mediziner nicht mehr angemessen bezahlen bzw. beschäftigen kann, so der Nationale Gesundheitsdienst (ESY).

Im Rückblick auf das Jahr 2010 wanderten 835 Mediziner aus, im Jahr 2011 folgten weitere 1280. Im vergangenen Jahr 2012 zählte man seitens der ISA bereits 1808 Auswanderer unter den Ärzten/Medizinern. Mit diesem anhaltenden Trend stößt das griechische Gesundheitssystem weiter an seine sowieso schon engen Grenzen.

Anfang letzten Jahres hatte es heftige Streiks der Apotheker gegen die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung im Gesundheitssektor gegeben. Zahlreiche Apotheken waren geschlossen, in den staatlichen Krankenhäusern wurden nur Notfälle aufgenommen. Der griechische Ärztebund forderte seine Mitglieder zu einem Protestmarsch auf.

Im weiteren Jahresverlauf des vergangenen Jahres kam es immer wieder zu teils massiven Protesten gegen die Sparauflagen der Troika (EU, EZB, IWF). Gewerkschaften riefen Anwälte, Notare, Apotheker, Ärzte und Journalisten auf ihre Arbeit niederzulegen. Der Gewerkschaftsdachverband der Privatwirtschaft (GSEE) rief u.a. für Mitte November 2012 erneut zum Generalstreik auf.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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