USA: Wirtschaft im vierten Quartal negativ, FED druckt weiter


(C) Ralf Roletschek, 2012, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Im vierten Quartal 2012 ist das BIP (Bruttoinlandsprodukt) der US-Wirtschaft um 0,1 Prozent geschrumpft, teilte das Handelsministerium in Washington in einer ersten Schätzung mit. Seit dem offiziellen Ende der Rezession im Juni 2009 ist dies erstmals wieder ein negatives Wachstum.

Über das gesamte letzte Jahr hatte man ein Wachstum von 2,2 Prozent eingefahren. Marktexperten hatte im letzten Quartal des vergangenen Jahres eigentlich ein Plus zwischen 1,0 und 1,1 Prozent erwartet.

Unternehmen hatten im vierten Quartal Vorsicht walten lassen, da die viel diskutierte Fiskalklippe drohte, worauf auch Lagerbestände abgebaut wurden. Deswegen strichen auch viele staatliche Stellen der Regierung in Washington, der Bundesstaaten und der Kommunen ihre Ausgaben zusammen.

Die Ausgaben des Staates fielen im vierten Quartal um 6,6 Prozent (annualisiert). Als „Annualisiert“ werden Daten eines Zeitraumes bezeichnet, wenn sie auf ein Jahr hoch berechnet werden. Dies war der stärkste Rückgang seit dem Jahr 1973. Einen solch starken Rückgang konnten auch die Konsumausgaben nicht mehr abfedern.

Die weiteren Wachstumsaussichten für dieses Jahr werden als "durchwachsen" dargestellt, trotz dass die US-Notenbank FED die Märkte weiter mit Geld flutet. Der Internationale Währungsfonds ging zuletzt von einem Plus (US) von 2,0 Prozent für dieses Jahr aus. Dies jedoch nur, wenn keine neuen "Hiobsbotschaften" einschlagen.

Wegen der weiterhin schwachen Konjunktur in den USA hat die US-Notenbank Federal Reserve bestätigt, an der lockeren Geldpolitik festzuhalten. Nach der Sitzung im Offenmarktausschuss erklärte man, dass der Leitzins bei 0,00 bis 0,25 Prozent verbleiben wird.

Zur Sache des Zinsniveaus machte man deutlich, dass nach dem derzeitigen Stand der Wirtschaft bis mindestens Ende 2014 an der Niedrigzinspolitik festgehalten wird. Ebenfalls wolle man die Programme zum Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren weiter fahren, um so die Zinsen weiterhin zu drücken.

Pro Monat kauft die US-Notenbank Fed derartige Papiere im Wert von 85 Milliarden US-Dollar auf. 45 Milliarden Dollar davon sind monatlich für den Ankauf von US-Staatsanleihen vorgesehen, 40 Milliarden für den Kauf von Immobilienpapieren.

Die Aufkäufe sollen eigentlich solange andauern, bis die US-Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen ist. Momentan liegt die Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent. Im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Fed die Notenpresse bereits in den Jahren 2009 und 2010 angeworfen und in mittlerweile drei Runden die Geldmenge in großem Stil ausgeweitet.

Die Zentralbankbilanz hat im Januar den Rekordwert von drei Billionen Dollar erreicht. Mitte Januar hatte der FED-Chef Ben Bernanke den Kongress zu einer Anhebung der Schuldenobergrenze aufgefordert.

Die USA hatten am 31. Dezember 2012 den zulässigen Schuldenstand von 16,39 Billionen US-Dollar erreicht. Die Zahlungsfähigkeit der Regierung wird seitdem nur noch durch Sondermaßnahmen wie das Aussetzen von staatlichen Beiträgen in die Pensionskasse gewährleistet. Spätestens Ende Februar oder Anfang März ist dieser Puffer nach Berechnungen des Finanzministeriums aufgebraucht.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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