Syrien: Massaker in Aleppo - über 60 Tote gefunden


(C) Bernard Gagnon, 2010, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

Medienberichten zufolge hätte sich in Syrien erneut eine Gräueltat ereignet. So seien an einem Flussufer in Aleppo mindestens 56 Männerleichen entdeckt worden. Den Angaben zufolge seien die jungen Männer alle durch Kopfschüsse hingerichtet worden.

Hierbei zitiert man die sog. Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, welche ihren Sitz in London hat. Nach deren Angaben waren die Hände der erschossenen Personen auf dem Rücken gefesselt, die Opfer sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Bei der Nachrichtenagentur AFP schreibt man, dass bisher 68 Leichen gefunden wurden.

Die benannte syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London stützt sich nach eigenen Angaben auf Informationen aus einem Netz von Informanten, welches in Syrien aktiv ist. Der Leiter der Beobachtungsstelle, „Rami Abdel-Rahman“, sagte, dass es bislang keine Hintergründe zur der Tat und die Täter gebe.

Die Gegend in Aleppo wird von den Rebellen/Aufständischen kontrolliert. Die zuletzt getätigten Angaben gegenüber der AFP wurden von einem Rebellenkommandeur vor Ort bestätigt, heißt es.

Bei einer sogenannten Geberkonferenz in Kuwait sollen am Mittwoch neue Hilfsgelder "für Syrien" gesammelt werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hofft, dass dort gut 1,1 Milliarden Euro zusammenkommen.

In der östlichen Stadt Deir el Sur befreiten syrische Rebellen derweil nach Angaben von Aktivisten mindestens elf Gefangene aus einer Geheimdienstzentrale. Inzwischen sind fast 700.000 Menschen vor dem Bürgerkrieg in Syrien in Nachbarländer geflohen, etwa nach Jordanien.

Jene Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Kürzel SOHR, wird seit 2009 hauptsächlich von westlichen Medien zitiert. Jene Angaben sollen Menschenrechtsverletzungen durch die syrische Regierung belegen.

Die britische Ein-Mann SOHR (Beobachtungsstelle) wird von einem Reihenhaus in Coventry von Rami Abdulrahman (oder Rami Abdul Rahman oder Rami Abdelrahman), einem syrischen sunnitischen Muslim betrieben. Im Herbst des Jahres 2011 wurde bekannt, dass der Name Abdul-Rahman ein Pseudonym ist. Abdul Rahman gab darauf an mit bürgerlichen Namen Osama Suleiman zu heißen.

Neuere Tagesberichte der Beobachtungsstelle (SOHR) führen die kritisierte Zuordnung bewaffneter Rebellen zu den Zivilisten nicht fort. Die SOHR unterscheidet zudem in ihren Tagesbilanzen nicht nach Verursachern, auch dies wird bei der Weiterverwendung ihrer Angaben in der Regel nicht reflektiert.

Die Glaubwürdigkeit dieser Beobachtungsstelle, die Überprüfbarkeit ihrer Angaben wurde verschiedentlich angezweifelt. Der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, erklärte im Februar 2012, dass nur zwei Personen für diese Beobachtungsstelle fernab der Konfliktzone arbeiten und dass der Leiter der Beobachtungsstelle, ein in London ansässiger Snack-Shop-Betreiber namens R. Abdu r-Rahman, nach eigenen Angaben weder über eine journalistische oder juristische Ausbildung noch über einen höheren Schulabschluss verfüge. Diese Fakten ermöglichen entsprechende Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit der Informationen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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