Reporter ohne Grenzen: Keine Verbesserung der Pressefreiheit


Reporter ohne Grenzen

Weil in den Zeitungsredaktionen "Sparwut" herrsche, sieht man laut "Reporter ohne Grenzen" die Pressefreiheit in Gefahr. Unter anderem deshalb nimmt Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit nur den 17. Platz ein. In der Liste steht Deutschland hinter Tschechien, Irland, der Schweiz, Jamaika und Österreich.

Wegen finanzieller Not würden immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion arbeiten, im Jahr 2012 mussten mehrere Redaktionen komplett geschlossen werden. Zu beobachten ist auch, dass zahlreiche Medien immer mehr auf vorgefertigte Agenturmeldungen zurückgreifen würden, ohne eigene Recherche.

Dies könnte dazu führen, dass die Informationen aus nur wenigen Quellen über eine breite Masse an Medien in die Gesellschaften gestreut werden und entsprechend manipulativ wirken können. In einer Erklärung der Organisation hieß es unter anderem auch, dass Unternehmen gleichzeitig in PR-Agenturen (Public Relation) steigende Summen investieren würden, um so ihre Inhalte in den Medien unterzubringen.

Weiterhin würden viele Journalisten oft nur schwer an Informationen von Behörden herankommen. Mit Sorge blickt "Reporter ohne Grenzen" in Deutschland auch auf die Diskussionen um ein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung und Drohungen radikaler Gruppen gegen kritische Berichterstatter. Positiv sah man hier jedoch ein neues Bundesgesetz in Deutschland, vom August 2012, welches Journalisten stärker vor Durchsuchungen schützt.

Auf dem international ersten Platz befindet sich Finnland, vor den Niederlanden und Norwegen. Schlusslicht in der neuen "Rangliste der Pressefreiheit" bildet Eritrea, sogar noch knapp hinter Nordkorea und Turkmenistan. Dort gibt es praktisch gesehen keine freie Berichterstattung.

Japan sei in Folge seiner restriktiven Informationspolitik nach der Atomkatastrophe von Fukushima auf Platz 53 abgerutscht. Die größten Aufsteiger im diesjährigen ROG-Ranking sind Malawi (Platz 75) und die Elfenbeinküste (Platz 96).

Afghanistan verdankt das Vorrücken um 22 Plätze auf Rang 128 keinem getöteten Journalisten. Birma verbesserte sich infolge politischer Reformen auf Rang 151. Verschlechtert hat sich die Pressefreiheit in keinem Land so stark wie in Mali (Platz 99), das viele Jahre einer der Vorreiter in Afrika gewesen ist. Der Oman fiel um 24 auf Rang 141.

China rangiert weiterhin am unteren Ende der Liste. In Vietnam, das seine Medien, so wie China, streng kontrolliert, hebt der Bericht vor allem die Verfolgung von Internet-Aktivisten hervor. Zuletzt wurden etwa laut dem Vietnam Committee on Human Rights der prominente Blogger Le Anh Hung festgenommen, der über Korruption berichtet hatte.

Pressefreiheit bezeichnet das Recht von Rundfunk, Presse und anderen (z.B. Online-) Medien auf freie Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem das unzensierte Veröffentlichen von Informationen und Meinungen. Die Pressefreiheit soll die freie Meinungsbildung gewährleisten.

  
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