Europa: US-Konzern Ford fährt massive Verluste ein


(C) Dave Parker, 2007, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Eigentlich hatte man bei Ford mit sowieso schon schlechten Zahlen gerechnet, doch die Lage scheint noch wesentlich dramatischer zu sein, als bislang angenommen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat der US-Konzern auf dem wichtigen europäischen Markt einen Verlust vor Steuern von annähernd 1,8 Milliarden US-Dollar eingefahren. Mit Blick auf das aktuelle Jahr geht man gar von einem Minus von rund 2,0 Milliarden US-Dollar aus.

Noch im Jahr 2011 konnte Ford ein beinahe ausgeglichenes Ergebnis vorweisen. Der Hauptgrund für diese negativen Zahlen sind die zu schwachen Verkäufe in Europa. Insgesamt bleibt das wirtschaftliche Umfeld weiter unsicher.

Auf dem US-amerikanischen Heimatmarkt sieht es hingegen besser aus, was dem Konzern auch die Bilanz rettete. Im vergangenen Jahr verdiente Ford knapp 5,7 Milliarden US-Dollar. Der Absatz lag weltweit bei 5,7 Millionen Autos, trotz der schlechten Zahlen in Europa also relativ stabil.

Anfang des Jahres schätzte man, dass die Hersteller auf dem US-Markt gute Ergebnisse eingefahren hätten. Laut Ford wurden zusammengenommen geschätzte 14,8 Millionen Neuwagen abgesetzt, ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Spitzenreiter war General Motors (GM) mit 2,6 Millionen verkauften Autos. Wegen der schlechten Lage in Europa kündigte Ford an, in diesem Jahr zwei Werke in Großbritannien und im kommenden Jahr ein weiteres in Belgien zu schließen. 13 Prozent der Stellen in Europa werden gestrichen.

Die Absatzkrise in Westeuropa macht der ganzen Branche zu schaffen. Durch die Einschnitte will Ford erreichen, in Europa bis 2015 wieder profitabel zu sein. Im November hatten Belgische Arbeiter vor dem Kölner Ford-Werk randaliert. Arbeiter aus Genk fuhren mit Bussen nach Köln und stürmten dort das Werksgelände von Ford. Die Polizei musste eingreifen.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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