Medien: Angeblich Atomanlage Fordo im Iran von schwerer Explosion getroffen


IRAN

Vor einigen Tagen hätte es in der Atomanlage Fordo/Qom im Iran eine schwere Explosion gegeben, heißt es in einem Bericht von "Die Welt". Bei der Explosion seien "weite Teile der Anlage zerstört" worden, so Reza Khalili (angeblich selbsternannter EX-CIA Doppelagent). Dieser soll die Informationen "von einem ehemaligen iranischen Geheimdienstmitarbeiter" erhalten haben, schreibt man.

Nachdem sich die Explosion zugetragen hätte, seien 240 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten worden. Von iranischer Seite wurde der Bericht bislang nicht bestätigt. Nachdem man seitens "Welt" einen anderen Iran-"Experten" mit Kontakten zu einem nicht benannten Geheimdienst anführte, der die Explosion bestätigt hätte, seien zwar keine 240 sondern "nur" etwa 190 Arbeiter in der Anlage von der Außenwelt abgeschnitten.

Man schreibt bei "Welt", dass es ausländischen Geheimdiensten gelungen sein soll, die Anlage Fordo/Qom "weitgehend zu zerstören". Die Explosion hätte sich dem Bericht des Springer-Blatts zufolge am vergangenen Montag gegen 11:30 Uhr zugetragen, im Umkreis von fünf Kilometern hätte die Explosion noch wahrgenommen werden können. Iranische Sicherheitskräfte hätten nach der Explosion eine Sicherheitszone mit einem Radius von 24 Kilometern eingerichtet.

Nach der Explosion seien zwei Aufzüge nicht mehr funktionsfähig gewesen, welche zu der etwa 90 Meter tiefen Anlage im Berg führen. Der südwestliche "Sicherheitsausgang" soll ebenfalls nicht mehr zugänglich sein, schreibt man.

In einem Bericht von globes.co.il hieß es zuletzt, dass Äußerungen des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak, über fortgeschrittene US-amerikanische Angriffspläne auf Einrichtungen wie die Anlage in Fordo, nach Angaben der New York Times von Seiten der USA nun offiziell bestätigt worden seien.

Unter dem Decknamen "Olympic Games" war eine erste Welle von computergesteuerten Angriffen, unter anderem mit Hilfe des von den USA und Israel entwickelten Stuxnet-Wurms geplant. Anschließend sollten Uran-Anreicherungsanlagen wie die in Fordo ausgeschaltet werden.

Speziell Fordo stellte wegen der unterirdischen Bauweise für Israel ein möglicherweise unknackbares Ziel dar. Die USA sind jedoch im Besitz einer neuartigen Bombe zum Angriff auf unterirdische Bunker.

Fordo liegt rund 150 Kilometer südwestlich von Teheran. Der Atomanlage Fordo bei Qom wird wegen ihrer auf maximal 3000 Zentrifugen begrenzten Kapazität eine ausschließlich militärische Zweckbestimmung (Hochanreicherung) unterstellt. Die Anlage in Fordo wurde Ende 2011/Anfang 2012 in Betrieb genommen. Bis November 2012 hatte Iran in Fordo 95,5 kg Uran auf 20 Prozent angereichert. Die IAEO bestätigt die Angaben Irans. Die IAEO hat die Aufsicht über die Anlage in Fordo.

Die in Fordo eingesetzten Zentrifugen, im Bericht der IAEO „IR-1“ genannt, sollen technisch überholt und störanfällig sein. Zwei modernere Typen sollen in einer Versuchsanlage laufen, drei weitere Typen von denen die IAEO Kenntnis hat, sind noch nicht in der Erprobung. Iran bleibt damit bei der Urananreicherung unter seinen Möglichkeiten.

Die Schließung der Anlage in Fordo ist eine der Forderungen der „G5+1“ an den Iran. Die iranische Atomenergieorganisation hatte Anfang letzten Jahres mitgeteilt, in Fordo könnten bis zu 3000 Zentrifugen für die Uran-Anreicherung betrieben werden. Die Anreicherung kann bis zu einem Grad von 20 Prozent erfolgen.

Eine Anreicherung auf mehr als 90 Prozent würde benötigt, um Atomwaffen zu bauen. Zwischen den Anreicherungsanlagen in Fordo und Natans gebe es "keinen Unterschied". Beide seien "wegen des Risikos von Angriffen" unterirdisch angelegt worden, hieß es Anfang April 2012 seitens des Chefs des iranischen Atomprogramms, Fereidun Abbassi Davani.

Anfang des vergangenen Jahres hatte der Iran die Anreicherung von Uran in Fordo bekanntgegeben, teilte damals Irans Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanijeh, mit. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, schloss damals ein Einlenken gegenüber den USA und ihren Verbündeten aus. Es sei die feste Entscheidung Teherans, dem Druck der "Großmächte" standzuhalten.

Die Anreicherung in Fordo erfolge unter Aufsicht der IAEA. In Fordo werden rund 3000, in Natans etwa 8000 Zentrifugen betrieben. Anfang Januar 2012 wurde auch bekannt, dass ein weiterer Atomwissenschaftler des Irans bei einem Attentat getötet wurde. Mostafa Ahmadi Roschan, ein Verantwortlicher der Atomanlage Natans, sei durch eine Autobombe im Osten Teherans ums Leben gekommen.

Ende April 2012 teilte man seitens der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit, dass in Proben aus Fordo auch Spuren von auf 27 Prozent angereichertem Uran gefunden wurden. Der höhere Anreicherungsgrad könnte nach Einschätzung von Experten allerdings auch auf einen technischen Defekt zurückzuführen sein.

Mitte November 2012 hieß es in Medienberichten, dass die Anlage in Fordo fertiggebaut sei. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in ihrem fertiggestellten Iranbericht. Alle für die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent benötigten zentralen Teile habe der Iran in der unterirdischen Anlage installiert, heißt es darin.

Mitte Dezember 2012 hieß es in Medienberichten zum Atom-Abkommen mit dem Iran, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) für Januar 2013 mit einem Abkommen rechnen würde, über das umstrittene Atomprogramm des Irans. Es sei ein Treffen für den 16. Januar vereinbart worden, bei dem eine "strukturierte Herangehensweise" zur Klärung offener Fragen abgeschlossen werden dürfte, sagte IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts in Wien.

Die iranische Seite wurde angeführt vom Vertreter Irans bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh. Das vorherige Treffen im Dezember hatte nur einen Tag gedauert. Beide Seiten hatten anschließend von "guten Diskussionen" gesprochen. Nun sollen die Gespräche zum iranischen Atomprogramm Ende Januar womöglich in Istanbul von der 5+1-Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland fortgesetzt werden.

  
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