Vectoring: Kleinere Breitband-Provider befürchten Marktverdrängung


(C) The Opte Project, 2006, Bild: Wikipedia (CC BY 2.5)

In Deutschland befürchten nun kleinere Provider für Breitbandanschlüsse, durch den Vorstoß der Deutschen Telekom zur Beschleunigung der DSL-Infrastruktur, dass dies fatale Folgen auf ihr eigenes Geschäft haben könnte. Bei einer Anhörung der Bundesnetzagentur äußerte man entsprechende Befürchtungen.

Beim sogenannten Vectoring handelt es sich um eine neuartige Entstörungstechnologie zur Steigerung der Übertragungsleistung in Kupferleitungen. Diese will der Konzern Deutsche Telekom künftig verstärkt einsetzen. Damit solle die Geschwindigkeit von VDSL auf bis zu doppelter Geschwindigkeit gesteigert werden.

Bei der deutschen Bundesnetzagentur wurde der ausschließliche Einsatz dieser Technik durch die Telekom beantragt. Die Befürchtungen der Konkurrenz zeigen dabei, dass ein solcher Vorstoß dazu führen könnte, dass andere im Breitbandausbau aktive Unternehmen die Grundlage für ihr Geschäft entzogen wird.

Man sehe gar, dass damit der Ausbau weiterer Breitbandkapazität erschwert oder sogar verhindert werden könnte, so der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Hier unterstrich man auch, dass der Einsatz solcher Vectoring-Technik nicht allein der Deutschen Telekom vorbehalten sein darf.

Vielmehr müsse die Regelung derart gestaltet sein, dass der Breitbandausbau ohne Störungen weiter voranschreiten kann, so der VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Die nun vorschwebende Regelung könnte den Spielraum für Unternehmen beim Breitbandausbau auf dem Land weiter einschränken. Das Prinzip der Vectoring-Technik sei zwar begrüßenswert, doch dürfe es nicht dazu führen, dass kommunale Unternehmen behindert werden.

Gegenüber dem "Manager Magazin" sprach sich der stellvertretende Telekom-Aufsichtsratschef Lothar Schröder am Mittwoch nochmals für das Vectoring aus. Ebenfalls gab Schröder zu verstehen, auf die Fragestellung zur befürchteten Remonopolisierung der Netze:

"Diese Vorwürfe sind völlig absurd. Die Telekom hat bereits angeboten, dass auch Konkurrenten über die Telekom-Infrastruktur Vectoring anbieten können. Die Telekom strebt hier ein offenes Modell an und ist auch gesprächsbereit für Kooperationen in Gebieten, in denen die Wettbewerber bereits selbst Netze ausgerollt haben".

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Gegründet wurde der VKU wurde 1949 in Rüdesheim am Rhein. 2007 hat der Verband seinen Sitz von Köln nach Berlin verlagert.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte