EU: Außenminister Deutschlands und Frankreichs wollen der Erosion entgegenwirken


(C) Bundesarchiv, B 145 Bild-F088724-0011 / Faßbender, Julia (CC BY-SA 3.0 DE)

Wegen der vorherrschenden Eurokrise hätten "Nationalismus" und auch "Populismus" bedenklich zugenommen, so der deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle und der Franzose Laurent Fabuis (Außenminister von Frankreich).

In einem sogenannten "deutsch-französischen Bekenntnis für Europa", schrieben die beiden Politiker in einem Beitrag bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass man die "Erosion" in der Europäischen Union sehen würde, dem wolle man nun gemeinsam entgegenwirken, um jene Neigungen zu korrigieren.

Für die heutigen Herausforderungen sei die Europäische Union nicht das Problem, sie müsse vielmehr die Lösung sein. Damit die Probleme "korrigiert" werden, müssten entsprechende "Verbesserungen" vorgenommen werden, welche "proaktiv" herbeigeführt werden sollen. Auch das deutsch-französische Verhältnis spiele eine entscheidende Rolle, dieses könne heute mehr denn der "Motor Europas" werden, heißt es.

Zuletzt hatte auch der Bundestagspräsident Norbert Lammert befunden, dass dank der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich Europa in den vergangenen 50 Jahren "historisch betrachtet geradezu Lichtjahre vorangekommen" sei.

Zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags hat Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) die französische Regierung aufgefordert, den eingeleiteten Reformprozess auch zu Ende zu bringen. "Deutschland erwartet, dass Frankreich seine Hausaufgaben macht", sagte Schröder der französischen Zeitung "Le Figaro".

Berlin und Paris feiern dabei eine abgekühlte Freundschaft - auch mehrere Festessen, ein Besuch in der Berliner Philharmonie und ein in beiden Landesfarben eingehüllter Platz können nicht über die abgekühlten Beziehungen zwischen beiden Ländern hinwegtäuschen.

In der französischen Zeitung "Le Monde" schreibt man gar, die aktuellen Feierlichkeiten seien ein "Fest der Heuchelei". Der Vertrag zur deutsch-französischen Freundschaft war am 22. Januar 1963 unterzeichnet worden.

Daniel Cohn-Bendit (Bündnis 90/Die Grünen; EU-Parlament) ist der Auffassung, dass der Höhepunkt der Euro-Krise überstanden scheint. Doch wie geht es weiter mit der Währungsunion? Grünen-Politiker Cohn-Bendit ist überzeugt: Nach der Bundestagswahl wird es eine gemeinsame Haftung für Staatsschulden geben, sagte er gegenüber "SPIEGEL".

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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