Medien: Bahnprojekt Stuttgart 21 wohl erst nach 2025 fertig


(C) Mussklprozz, 2010, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nicht nur der Skandal-Flughafen "BER" (Berlin Brandenburg) zählt mittlerweile zu einem Kostenmoloch, zahlreiche andere Bauprojekte über die Bundesrepublik hinweg reihen sich in das Schema ein. Wie auch das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21".

Nach Ansicht der Grünen droht dem Bahnprojekt eine deutlich längere Bauzeit und entsprechend auch höhere Kosten. Der Fertigstellungstermin 2025 sei "extrem optimistisch kalkuliert", hieß es zuletzt seitens des Verkehrsministers Winfried Hermann gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Bei der Deutschen Bahn gehe man derzeit noch davon aus, dass der Tiefbahnhof in Stuttgart und die Neubaustrecke nach Ulm zeitgleich 2020 fertiggestellt werden. Vom Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter konnte zur Sache vernommen werden, dass für das Bahnprojekt ein zweistelliger Milliardenbetrag fällig wird.

Dieser sagte gegenüber der Zeitung, dass es bei der Bahn nicht-öffentliche Hochrechnungen gibt, zu den tatsächlichen Kosten "bis auf eine Stelle hinterm Komma". Unterm Strich würde das Bahnprojekt nach den aktuellen Berechnungen zwischen 10,7 und 11,3 Milliarden Euro kosten. Die Bahn selbst dementiert diese Zahlen jedoch.

In der kommenden Woche wolle man bei einem Treffen zwischen dem Bahn-Vorstand und Politikern von Land, Region und Stadt deutliche Kritik an der Informationspolitik der Bahn äußern, heißt es. Bislang sei es so, dass das Land als Projektpartner außer einiger "Powerpoint-Präsentationen" noch keine Informationen über die neue Kostensituation bei Stuttgart 21 bekommen hat.

"Wir wissen nicht mehr als das, was in der Zeitung steht", kritisierte Hermann. Er kündigte an, das Informationsrecht der Projektpartner notfalls juristisch durchzusetzen.

Zuletzt hatte der Oberbürgermeister Fritz Kuhn vor dem Umwelt- und Technikausschuss die in seiner Antrittsrede erwähnte Alternative zu Stuttgart 21 spezifiziert. Nach dem 12. Dezember 2012 sei ein neues Stadium des Projekts erreicht worden, als die Bahn die Gesamtkosten um weitere 1,1 Milliarden und Risikokosten von 1,2 Milliarden Euro erweitert hatte, erklärte er.

In der vergangenen Woche erklärte man in der Zeitung, dass vor einer möglicherweise entscheidenden Sitzung des Bahn-Aufsichtsrats Stuttgart-21-Gegner dessen Mitglieder vor rechtlichen Konsequenzen gewarnt haben. Sie müssten „damit rechnen, für unabsehbare Schäden persönlich haftbar gemacht und wegen Untreue angeklagt zu werden“, erklärte das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.

Im Dezember hatte die Bahn bekannt gegeben, dass sie davon ausgeht, dass sich das zuletzt mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagte Bauprojekt auf mindestens 5,6 Milliarden Euro verteuern wird. Der Konzern rechnet zudem mit weiteren möglichen Zusatzkosten von bis zu 1,2 Milliarden Euro, die er gegebenenfalls mit Stadt, Land und Bund teilen möchte.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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