Statistisches Bundesamt: Verlust des Jobs Hauptgrund für private Schulden


(C) Emilian Robert Vicol, 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Das Statistische Bundesamt hat nun mitgeteilt, dass ein Verlust des Arbeitsplatzes Hauptgrund für private Überschuldung ist. Im Jahr 2011 war dieser Umstand deutlich zu beobachten. Bei gut jeder vierten Person, die eine Schuldnerberatungsstelle besuchte, stellte sich heraus, dass die Arbeitslosigkeit der Hauptgrund für zu hohe Schulden gewesen ist.

Andere Ereignisse im Leben eines Schuldners, wie Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners führten zusammen in 14 Prozent der Fälle zu einer kritischen finanziellen Lage. In 12 Prozent der ermittelten Fälle hätten Sucht, Erkrankungen oder ein Unfall zur Überschuldung geführt.

In gut elf Prozent der Fälle hätte sich im Jahr 2011 gezeigt, dass eine unwirtschaftliche Haushaltsführung in einer Überschuldung geendet ist. Dabei machte man deutlich, dass in der analysierten Altersgruppe der unter 25-Jährigen 21 Prozent der Überschuldungen auf eine unwirtschaftliche Haushaltsführung zurückgeführt werden konnte.

Doch nicht nur eine solche Haushaltsführung sei maßgeblich daran schuld, auch sehe man als Hauptauslöser in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit mit 29 Prozent. In der Gesamtmenge waren 8 Prozent der Betroffenen, welche Hilfe bei der Schuldnerberatung in Anspruch nahmen, unter 25 Jahre alt.

Mit Blick auf den Verschuldungsgrad zeigte sich, dass wer im Jahr 2011 von einer Schuldnerberatungsstelle betreut worden war, zu Beginn der Beratung im Durchschnitt fast 35.000 Euro an Schulden hatte. Bei der Altersgruppe der unter 25-Jährigen stellte man fest, dass diese im Schnitt mit 7.700 Euro in der Kreide standen.

Die über 65-Jährigen, die sich beraten ließen, hatten durchschnittlich 54.100 Euro Schulden. In den Angaben des Statistischen Bundesamtes zeigte sich, dass die wichtigsten Gläubiger der Schuldner Kreditinstitute gewesen sind.

Bei der Altersgruppe der unter 25-Jährigen waren die Schulden bei Telefongesellschaften allerdings noch höher (mit 19 Prozent) als bei Kreditinstituten (mit 18 Prozent). Die Statistiker werteten anonymisierte Daten von knapp 74.000 beratenen Personen aus, die von 220 Schuldnerberatungsstellen bereitgestellt wurden.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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