EU: Warnung vor den Gefahren für Bienen durch Insektizide


(C) orangeaurochs, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Seitens der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat man nun vor den Gefahren für Bienen gewarnt, die durch Insektizide hervorgerufen werden. Den Angaben zufolge sei eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Reihe von Risiken vorhanden ist.

Es geht um Insektizide der Unternehmen Bayer und Syngenta, die zu der Gruppe der hochwirksamen Neonicotinoide gehören. Die Neonicotinoide, eine Gruppe von hochwirksamen Insektiziden, welche synthetisch hergestellte nikotinartige Wirkstoffe sind und als Nervengift wirken, werden seit längerer Zeit mit Vergiftungen und dem Massensterben von Bienen in Verbindung gebracht.

Die "Experten" der EFSA hätten demnach von der EU-Kommission den Auftrag bekommen, die Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zu untersuchen. Grund hierfür war, dass Fragen geklärt werden sollten, wie es mit den kurz- und langfristigen Folgen auch nicht tödlicher Mengen für Bienenvölker und Larven sowie zu den Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere aussieht.

In der Vergangenheit hatten verschiedene Gruppen immer wieder gewarnt, dass diese hochgiftigen, in die Natur ausgebrachten, Chemikalien auf z.B. das Orientierungsverhalten der Bienen einwirken können. In wie fern die EFSA hier eine neutrale und unabhängige Untersuchung durchführen wird, bleibt abzuwarten. Auch hatte sich in der Vergangenheit gezeigt, dass eher ein Kuschelkurs mit den bekannten Herstellern gefahren wird.

Zuletzt hieß es seitens der EFSA, dass man angeblich aufgrund fehlender Daten nicht alle Analysen endgültig abschließen konnte. Trotz dieser fehlenden Daten hieß es nach eigenen Angaben: "Die EFSA-Wissenschaftler haben etliche Risiken für Bienen durch (die) drei Neonicotinoid-Insektizide ermittelt".

Doch nicht nur Bienen sollten hier "unter die Lupe" genommen werden, da man sicherlich davon ausgehen kann, dass derartige giftige Chemiepräparate auch noch in anderen Belangen "wirksam" sind. Auch hatte zuletzt der Sprecher des EU-Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissars Tonio Borg darauf hingewiesen, dass es noch Datenlücken gibt.

Trotz dieser Datenlücken hätten die bisherigen Untersuchungen gezeigt, dass sich "ziemlich klare und beunruhigende Schlussfolgerungen" über die Auswirkungen dieser Produkte auf Nektar, Pollen und aus Pflanzen austretendem Wasser, welche von Bienen aufgenommen oder in den Bienenstock getragen werden ergeben.

Von der EU-Kommission aus hatte man die beiden benannten Konzerne Bayer und Syngenta schriftlich zu einer Stellungnahme aufgefordert, Ende Januar 2013 solle das Thema mit den EU-Ländern "diskutiert" werden. Angedeutet auf ein mögliches Verbot derartiger Chemikalien, die in die Natur geblasen werden, gab man zu verstehen, dass wenn bewiesenermaßen Probleme mit den "Produkten" gegeben sind, die Kommission zusammen mit den Mitgliedsstaaten "die notwendigen Maßnahmen ergreifen" wird, deutete der Kommissionssprecher von Tonio Borg ein mögliches Verbot an.

Zuletzt hatten in Deutschland vor dem Bundeskanzleramt in Berlin Imker und Vertreter verschiedener Organisationen gegen den Einsatz hochgiftiger Spritzmittel in der Landwirtschaft demonstriert. Eine Imkerin aus Falkensee in Brandenburg berichtete von ihren Erfahrungen, die viele ihrer Kollegen wohl ebenfalls kennen.

Durch den massiven Pestizideinsatz verlören die Bienen ihre Orientierung und fänden nicht mehr in die Stöcke zurück. Der Pharma- und Chemieriese Bayer selbst hält seine Insektizide Clothianidin und Imidacloprid trotz eines kritischen Zwischenberichts der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weiterhin für sicher.

Hinweis:
In dem Buch "Saat der Zerstörung - Die dunkle Seite der Gen-Manipulation" zeigt der Autor F. William Engdahl auf, welche Gefahren hinter dem Einsatz von GMO stecken. Innerhalb von fünf bis höchstens zehn Jahren werden sich wesentliche Teile der weltweiten Nahrungsmittelversorgung in den Händen von nur vier global agierenden Großkonzernen befinden. Diese Firmen halten exklusive Patente auf Saatgut, ohne das kein Bauer oder Landwirt der Welt säen und später ernten kann.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

Finden Sie passende Bücher:
» Zum Thema Natur

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte