Währungsunion ist ein Fehlschlag, sagt Scheifele von HeidelbergCement


(C) jepoirrier, 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nun hat sich auch der Vorstandschef des Baustoffkonzerns HeidelbergCement, Bernd Scheifele, in die Thematik Euro und Europa eingehakt. Er sehe die Währungsunion als gescheitert an, denn der Euro würde keinen Wohlstand schaffen, sagte er gegenüber der FAS (Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung).

Dies auch aus dem Grund, da die Kosten für die Währungsunion viel zu hoch sind, dies sollten die Politiker nun endlich einsehen. Fortschritte im weiteren Verlauf der Eurokrise sehe er kaum.

Mit Blick auf die Weltwirtschaft sagte Scheifele, diese würde gar nicht so schlecht dastehen, das Problem sei vielmehr Europa, fügte er hinzu. Bei den Unternehmen werden die Ausgaben zurückgefahren, doch die Politik macht mit diesen fröhlich weiter.

Scheifele sagte gegenüber der FAS ebenfalls: "Kein Staat hat bisher seine tatsächliche Schuldenlast gesenkt, sie wächst nur langsamer, steigt aber trotzdem weiter an".

Mit Blick auf das Unternehmen HeidelbergCement, welches in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 vor der Pleite stand und eine Milliardenlast von Schulden trägt, setzt Scheifele weiter aufs Sparen.

Hierzu sagte er: "Die Höhe der Schulden muss immer in einer beherrschbaren Größenordnung bleiben, gemessen am Geschäftsergebnis einer Firma oder an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes...darum macht mir das, was wir derzeit in Europa beobachten können, große Sorgen".

Der Konzern wollte 2007 für etwa 14 Milliarden Euro einen britischen Konkurrenten schlucken – auf Pump. Vierzig Banken machten bei diesem Deal mit und drückten HeidelbergCement fast an die Wand, als das Krisenjahr 2008 auch die Baubranche erfasste. Die Zockerei der Investmentbanker habe ihn damals in Bedrängnis gebracht, sagt Scheifele: “Wir brauchen keine Derivate, Futures und andere abgeleiteten Finanzprodukte, die über eine wirtschaftlich sinnvolle Absicherung von Risiken der Geschäftstätigkeit hinaus auf Agrarprodukte, Immobilien oder Ähnliches wetten”.

Im Januar des Jahres 2009 hatte sich der schwäbische Großindustrielle Adolf Merckle nach offiziellen Angaben selbst getötet. Er ließ sich von einem Zug überrollen - die Hinterbliebenen teilten mit, die schwere Krise seiner Firmengruppe habe "den leidenschaftlichen Familienunternehmer gebrochen".

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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