Gescheiterte Geiselbefreiung: Auch US-Truppen waren beteiligt


Video (Geisel); Codename Denis Allex; SJA AZ

Medienberichten zufolge sollen auch US-Truppen an der gescheiterten Geiselbefreiung des französischen Militärs in Somalia beteiligt gewesen sein. Dies gehe aus einem Schreiben des US-Präsidenten Barack Obama hervor, welches an den Kongress in Washington gerichtet gewesen war.

Den Angaben zufolge hätten die US-Streitkräfte dem französischen Verbündeten "begrenzte technische Unterstützung" geleistet. Diese wollten am vergangenen Samstag in der Früh einen vor mehr als drei Jahren entführten Geheimdienstmitarbeiter (des DGSE; Directorate-General for External Security) aus den Händen der islamistischen Shabab-Miliz befreien, schreibt man.

Im Zuge der "Aktion" seien auch US-Kampfflugzeuge "kurz" in den somalischen Luftraum eingedrungen, um so notfalls die Rettungsaktion "zu unterstützen". Direkt am Angriff auf ein ins Visier genommenes Anwesen waren US-Soldaten aber nicht beteiligt, heißt es. Man glaubte, dass auf diesem Anwesen der französische Staatsbürger als Geisel festgehalten wird.

Das Kommandounternehmen in Buula-Marer, circa 110 Kilometer von Mogadischu entfernt, sei in einem Debakel geendet. Den Angaben zufolge seien zwei französische Soldaten und der festgehaltene Geheimdienstagent Denis Allex ums Leben gekommen. Im Juli 2009 war der Geheimdienstler in Somalia verschleppt worden.

Den offiziellen Angaben zufolge hätte er Soldaten der somalischen Streitkräfte für den Kampf gegen die Shabab-Miliz ausgebildet. Zuletzt war er in einem im Oktober verbreiteten Video zu sehen, in dem er Frankreichs Staatspräsident François Hollande um Hilfe anflehte.

Die Al-Schabaab-Miliz hat in der Vergangenheit in Somalia zahlreiche Anschläge verübt. Sie versucht seit Jahren im Süden des Landes einen islamischen Staat zu errichten und bekämpft die Übergangsregierung in Mogadischu. Seit eineinhalb Jahren bekämpft eine internationale Truppe der Afrikanischen Union die Miliz.

Mittlerweile hat Al-Schabaab seine Hauptstellungen im Süden und im Zentrum des Landes verloren. Dennoch ist die Miliz noch immer recht stark in den ländlichen Regionen. Die Al-Schabaab-Miliz hat in der Vergangenheit in Somalia zahlreiche Anschläge verübt. Sie versucht seit Jahren im Süden des Landes einen islamischen Staat zu errichten und bekämpft die Regierung in Mogadischu.

Der neue somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud kündigte an, in der kommenden Woche in die USA zu reisen. In Afrika befinden sich derzeit neun Franzosen in den Händen islamistischer Entführer. Die Shebab-Miliz verlor in Somalia in den vergangenen Monaten stark an Einfluss, kontrolliert aber noch immer Teile des Südens und des Zentrums des ostafrikanischen Landes.

  
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