Deutschland: Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan so unbeliebt wie nie


(C) Denelson83, 2006, Bild: Wikipedia (gemeinfrei WK;)

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan stößt einer Umfrage zufolge auf immer mehr Ablehnung. Mittlerweile ist die Zustimmung auf einen Tiefpunkt gesunken, jeder zweite Bundesbürger lehnt die "Mission" ab, nur noch 38 Prozent stehen hinter dieser. So lautet das Ergebnis der jüngsten Bevölkerungsbefragung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr.

Seitens des Soziologen Thomas Bulmahn hieß es zur Sache: "Nur noch jeder vierte Befragte bewertet diese Mission mehr oder weniger als einen Erfolg". Gegenüber der Zeitung "Welt" gab man zu verstehen, dass der Rückgang der Zustimmung vor allem mit der Wahrnehmung "ausbleibender Fortschritte" verknüpft sei. Auch steigende Kosten und zunehmende Gefahren für die dorthin entsendeten Soldaten werden kritisch gesehen.

Es würde ein schleichender Prozess der Erosion sein, gab der Grünen-Verteidigungspolitiker Omid Nouripour zur Sache an. Ebenfalls gab er gegenüber der Zeitung zu verstehen: "Die einen sind enttäuscht von dem, was wir in Afghanistan erreicht haben, weil anfangs zu viel versprochen wurde...den anderen fehlt die Begründung, warum wir da sind".

Seitens der Bundesregierung hätte man nicht unbedingt damit geglänzt, den Bundeswehr-Einsatz logisch zu erklären. Die Bevölkerung würde mehr vertragen, als manch ein Politiker denkt, sagte der Vize-Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, André Wüstner.

Deshalb forderte er "mehr Mut zur Debatte". Für die aktuelle Umfrage hatte das Institut TNS-Emnid im vergangenen Sommer 2500 Bundesbürger zum sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsbild in Deutschland befragt.

Zuletzt wurde bekannt, dass die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan im vergangenen Jahr doch nicht weniger häufig angegriffen worden sind als im Jahr 2011. Das Bundesverteidigungsministerium räumte ein, dass die bisherige Statistik "fehlerhaft" war und die sogenannten sicherheitsrelevanten Zwischenfälle auf demselben Niveau geblieben sind. Im Fortschrittsbericht der Bundesregierung vom November war noch von einem Rückgang von etwa einem Viertel für die Monate Januar bis Oktober 2012 die Rede.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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