Ausland: Kubaner dürfen ein bisschen freier reisen


(C) Alcino, 2005, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Ab Montag sollen die neuen Bestimmungen für Kubaner in Kraft treten, wonach diese freier reisen dürfen. Viele der Landsleute seien aber misstrauisch und glauben wohl nicht direkt daran, dass ihnen nun das möglich ist, was fast überall auf der Welt als "normal" angesehen wird.

Im Fernsehen hatte der Chef der kubanischen Einwanderungsbehörde den Landsleuten erklärt, dass es künftig reichen würde, einen gültigen Pass und ein Einreisevisum des Ziellandes zu haben, um das Land zu verlassen. Seitens der Behörden von Kuba rechnet man damit, dass ein großes Interesse an der "neuen Freiheit" bestehen wird.

Etwa 200 Büros und Anlaufstellen sollen sich den offiziellen Angaben zufolge um die Riesewilligen kümmern. Angekündigt hatte man die gelockerte Reise-Freiheit bereits vor einigen Wochen. Der Präsident des Landes, Raul Castro, setzte damit ein Zeichen der Liberalisierung.

Castro hatte vor gut sechs Jahren die Führung des Landes von seinem Bruder Fidel Castro übernommen. In der Vergangenheit war es so, dass man Reisegenehmigungen willkürlich vergeben hat, wobei diese Regimekritikern regelmäßig verweigert wurden.

Auch war davon etwa die recht prominente Bloggerin (Internetwebseite) Yoanni Sanchez (kubanische Philologin) betroffen. Diese beantragte 20 Mal eine Ausreise, doch die Behörden lehnten ihren Antrag immer wieder ab. Auch jetzt ist sie noch skeptisch, ob sie das Land verlassen darf.

Auf der anderen Seite hätten viele Kubaner, die von einer solchen Reform profitieren, bereits ihre "Koffer gepackt" und teils "alles verkauft", um ihre Ausreise in ein Land, in dem sie ohne Visum einreisen können, zu finanzieren. Beobachter blicken besonders gespannt auf die Reisewünsche hoch Qualifizierter.

In einer Stellungnahme hieß es dazu, dass es Maßnahmen geben wird, um das "geistige Kapital", das von der Revolution geschaffen wurde, "gegen den Raub der Talente durch die Mächtigen zu schützen". Mit Restriktionen ist generell zu rechnen, wenn gegen eine Ausreise etwa das "öffentliche Interesse" oder aber Fragen der "nationalen Sicherheit" sprechen.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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