USA: Algorithmus soll Mörder und Straffällige im Vorfeld erkennen


(C) H.L.I.T., 2010, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Dass die Vereinigten-Staaten von Amerika immer mehr zu einem Polizeistaat verkommen, ist durchaus sichtbar. Der Prozess vollzieht sich langsam aber stetig. Nimmt man die vergangenen 10 Jahre und die dort ergangenen Änderungen/Verschärfungen zusammen, können diese bereits als beachtlich eingestuft werden.

Die neuste Form der Verbrechens- und Terrorbekämpfung sieht dabei eine spezielle Software vor, um so mittels eines Algorithmus eine Verbrechensprognose zu wagen. Das ganze zielt also auf mögliche Verbrechen ab, welche eigentlich noch gar nicht stattgefunden haben.

Mit einer Datenanalyse will man so z.B. vorhersagen können, ob ein bereits straffällig gewordener Mensch auch ein potentieller Mörder sein könnte. Bei 10-tausenden Gesetzen verstößt mittlerweile jeder Mensch gegen irgendein künstlich geschaffenes Gesetz der Obrigkeit, dementsprechend könnte gar jeder ein potentieller Mörder sein – wenn dieser verurteilt wurde.

Den offiziellen Angaben nach wird die Software u.a. "Bewährungsbeamten" unterstützende Dienste leisten. Doch auch Gerichte sollen sich auf das "eiserne Bild" der Software stützen können, um so Anhaltspunkte zur Verhängung von Strafmaßen oder Kautionen zu bekommen.

Jene Software wird demnächst zur "Verbrechensbekämpfung" in Maryland und Pennsylvania eingesetzt, bald auch in anderen US-Bundesstaaten wie Washington D.C. Nicht ersichtlich ist aus den aktuellen Informationen, ob jene Software auch gegen Strukturen im Staat selbst Anwendung finden wird, was jedoch bezweifelt werden kann.

Durch den Einsatz der Software verspricht man sich die Senkung der Verbrechensrate, indem vorab erkannt werden soll, welche auf Bewährung freien Straftäter potentielle Mörder sind und aus diesem Grund strengere Überwachung benötigen. Für Bewährungsbeamte soll die Software "wichtige Anhaltspunkte" liefern, ob ein auf Bewährung freier Straftäter ggf. zum Mörder mutieren könnte.

Ein jeweils eingesetzter Beamter soll nach Vorgaben jener Software entsprechend kenntlich gemachte Punkte zur Beurteilung der jeweiligen Person mit einfließen lassen. Offiziell heißt es, dass die Software, bzw. der innerhalb der Software agierende Algorithmus, die Rate von „Mord und anderen Verbrechen deutlich senken“ soll.

Weiterhin würde es für Gerichte hilfreich sein, Kautionsbeiträge festzulegen und Strafmaße zu erarbeiten. Jene Softwarelösung werde die Gefühlsentscheidung der Bewährungsbeamten ersetzen, welche diese bisher zu treffen hatten. Für die Entwicklung der Software verglichen „Forscher“ eine Datenmenge von mehr als 60.000 Verbrechen inklusive Tötungsdelikte, auf deren Grundlage man nun entsprechende „Prognosen“ anstellen will.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
Bücherindex Bild Link