Japan: Erdbeben vor Fukushima, keine Tsunami-Gefahr


(C) KEI, 2007, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Seitens der japanischen Meteorologischen Agentur teilte man mit, dass es an diesem Donnerstag ein Erdbeben der Stärke 5 am Meeresboden vor der japanischen Präfektur Fukushima gegeben hat, wo auch das Unglücks-AKW Fukushima-1 liegt.

Nach diesen Angaben lag das Epizentrum des Bebens, welches um 21:48 Uhr Ortszeit registriert wurde, östlich der Stadt Namie. Der Herd des Erdbebens soll sich in einer Tiefe von gut 40 Kilometern unter dem Meer befunden haben.

Eine Tsunami-Warnung hat man allerdings nicht herausgegeben, da keine Gefahr bestanden hätte. Seitens des AKW-Betreibers Tepco teilte man mit, dass es keine Störungen beim Betrieb der Kernkraftwerke Fukushima-1 und Fukushima-2 gegeben hat.

Im März 2011 war es am Kraftwerk Fukushima-1 zu einem Reaktorunfall gekommen, der schwerste Zwischenfall seit der Tschernobyl-Katastrophe vom April 1986. Damals hatte es ein Erdbeben der Stärke 9 vor der Nordostküste Japans gegeben, worauf eine etwa 14 Meter hohe Tsunami-Welle folgte.

Diese überflutete vier der sechs Meiler von Fukushima-1. Außerdem wurde das Kühlsystem der Atomanlage beschädigt. Dieses Unglück hatte eine Serie von Sauerstoffexplosionen und ein Schmelzen der Reaktor-Aktivzone zur Folge. Die Beseitigung der Havarie-Folgen, darunter die Reaktordemontage, soll rund 40 Jahre dauern.

Wegen der Atomkatastrophe zeigte eine letzte Untersuchung, dass die Menschen, aus Furcht vor radioaktiver Luft, immer weniger an die frische Luft gehen. Zahlreiche Schulen in der gesamten Präfektur haben mittlerweile ihre Freiluftaktivitäten eingestellt. In dem Bericht des Erziehungsministeriums zeigte man auf, dass besonders Grundschulkinder wegen mangelnder Bewegung immer dicker werden.

Die Umgebung von Fukushima wird mit viel Geld und wenig Effektivität gesäubert. Strahlender Müll wird einfach irgendwo abgeladen. Zudem zeigte sich erst kürzlich, dass erstmals Reis außerhalb der Präfektur Fukushima über den Grenzwert belastet ist. Seitens der Präfekturverwaltung Miyagi teilte man dazu mit, dass in Reis aus Kurihara, der dort im vergangenen Jahr geerntet worden war, Belastungen mit radioaktivem Cäsium bis zu 240 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen wurden.

Auch wurde zuletzt bekannt, dass die Reaktor-Sicherheitskontrollen vermutlich mehr Zeit benötigen werden, als bislang geplant. Auf einer Pressekonferenz stellte Shunichi Tanaka, Vorsitzender der japanischen Atomaufsicht NRA den Zeitplan für die Sicherheitskontrollen aller Atomreaktoren des Landes in Frage. Die von der Regierung anberaumten drei Jahre werden seiner Ansicht nach nicht ausreichen.

  
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