Steinbrück: Nun auch noch Hilfe bei Energiepolitik für Thyssen-Krupp bekanntgeworden


(C) Frank Plitt, 2012, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0 DE)

Der bereits in breite Kritik geratene deutsche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück soll Medienberichten zufolge in seiner damaligen Zeit als Aufsichtsrat im Konzern von Thyssen-Krupp Unterstützung "in der Energiepolitik" zugesagt haben. Nach Angaben des Handelsblatts soll es um das Thema der hohen Stromkosten gegangen sein, welche für die Industrie anstanden.

Seitens des SPD-Fraktionsvizes Hubertus Heil wies man die Anschuldigungen gegen Steinbrück erwartungsgemäß zurück. Diese seien "substanzlos und grotesk", so seine Meinung. Dem Bericht nach geht es um eine Sitzung des Aufsichtsrats am 31. Januar 2012, in der man die hohen Stromkosten kritisierte.

Daraufhin soll Steinbrück gesagt haben, dass er für eine Initiative dagegen "gerne zur politischen Unterstützung" bereit sei. Der Aufsichtsratschef Gerhard Cromme soll diese Haltung begrüßt haben. Nur wenige Tage später hätte der SPD-Kanzlerkandidat auf dem Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen für eine "einigermaßen preisgünstige Energieversorgung" geworben, schreibt man zur Sache.

Die SPD als Partei wirbt generell für "bezahlbare" Energiepreise. Man setzt sich dabei auch dafür ein, dass Vorteile für die Wirtschaft bei der EEG-Umlage zugunsten der erneuerbaren Energien verringert werden, sollten derartige Ausnahmen nicht aus Wettbewerbsgründen erforderlich sein.

Seitens des FDP-Fraktionsvizes Volker Wissing warf man Steinbrück vor, immer offensichtlicher Politik für Banken und die Großindustrie zu machen. Hätte Wissing die "erleuchtete Dynastie" von Steinbrück unter die Lupe genommen, wäre jene Fragestellung sicherlich um einiges logischer ausgefallen.

Urgroßonkel Adelbert Delbrück, einer der Gründer der Deutschen Bank aus der weitverzweigten Familie Delbrück, ist hier etwa gemeint. Als Nachkomme des Delbrück-Clans und Auserwählter von erleuchteten Organisationen wie Bilderberg wird Peer Steinbrück nach den nächsten Bundestagswahlen als möglicher Kanzler oder wichtiger Minister an entscheidenden Schalthebeln sitzen. Was lässt seine Familientradition erwarten?

Der CDU-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag, Karl-Josef Laumann, gab zur Sache Steinbrück zu verstehen: "Der neuerliche Vorgang zeigt, dass er nach seiner aktiven Zeit als Minister Maß und Mitte verloren hat". Seitens Heil (Hubertus) sprach man von einer "Schmutzkampagne" von Schwarz-Gelb. Von den Grünen konnte durch Cem Özdemir vernommen werden, dass es Sache der SPD sei, ihre eigenen Politiker und deren Positionen zu beurteilen.

In den Jahren von Januar 2010 bis Ende 2012 war Steinbrück Mitglied des Aufsichtsrats von Thyssen-Krupp. Dafür erhielt er laut "Handelsblatt" 170.695 Euro. Allerdings habe der SPD-Politiker häufig an Sitzungen des Gremiums nicht teilgenommen, was er mit politischen Verpflichtungen begründet habe.

Dass Steinbrück bei Thyssen-Krupp an vier von zehn Sitzungen nicht teilnahm, begründete sein Sprecher mit Terminkollisionen, die sich aus den Verpflichtungen als Abgeordneter ergeben hätten.

Steinbrück wurde nicht in das Gremium gewählt, sondern vom Großaktionär Krupp-Stiftung in den Aufsichtsrat entsendet. Ein Sprecher Steinbrücks erklärte, der Kanzlerkandidat könne und wolle sich nicht zu dem Bericht äußern, das gebe die Rechtslage nicht her.

Kritik an Steinbrücks Angebot für ThyssenKrupp kommt aber auch von seinem grünen Wunsch-Koalitionspartner. So erklärt Bärbel Höhn, Vizechefin der Grünen Bundestagsfraktion: "Für weitere Vergünstigungen für die Stahlbranche gibt es objektiv keinen Grund."

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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