EU: Soziales Gefüge in Europa bricht weiter auseinander


(C) fdecomite, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

In einem Kommissionsbericht wird nun davor gewarnt, dass das "Sozialgefüge" in Europa weiter auseinanderbrechen könnte, denn der Süden wird immer ärmer, der Norden immer reicher. Der Bericht der EU-Kommission zeigt die dramatische Lage, dass sich die Staaten immer dramatischer auseinanderentwickeln. Speziell jungen Menschen droht dauerhafte Armut.

Mit Blick auf die bereits seit längerer Zeit von der Krise geschüttelten Länder Spanien und Griechenland sieht es besonders übel aus. In Griechenland bricht das soziale Gefüge immer mehr auseinander, in Spanien lauern Bürger gar ihren Politikern auf.

Auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit erreicht neue Rekordwerte, wie es sie seit etwa 20 Jahren nicht mehr gegeben hat. Der Einbruch der Konjunktur im Jahr 2012 hat diese Abwärtsspirale noch weiter verschärft.

Der EU-„Sozialkommissar“ Laszlo Andor sagte, dass aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der sich weiter verschlechternden sozialen Lage in Europa das Jahr 2012 ein "weiteres miserables Jahr für Europa" gewesen sei.

Die Haushalte hätten mit schrumpfenden Einkommen zu kämpfen, das Armutsrisiko sei "empfindlich angestiegen". Doch nicht alle Länder sind gleichermaßen hart von der Krise betroffen. Speziell der Süden und der Osten müssen mit den Problemen dieser Zeit zurechtkommen.

Die Länder Spanien, Griechenland oder auch Zypern sind in einer Art Abwärtsspirale gefangen. Hier herrscht sinkende Produktivität, steigende Arbeitslosigkeit und weiter schrumpfende Einkommen vor. Die Differenz der Arbeitslosigkeit wird auch immer größer.

Zwischen den nördlichen und südlichen EU-Ländern stieg diese von 3,5 Punkten im Jahr 2000 auf bereits 7,5 Punkte im Jahr 2011 an. Das Armutsrisiko ist dem Bericht zufolge besonders bei jungen Menschen hoch, auch arbeitslose oder alleinerziehende Frauen seien stark gefährdet und von dauerhafter Armut bedroht, heißt es.

Das Einkommen ist ebenfalls geschrumpft, besonders in den sowieso schon gebeutelten Krisenländern. Griechenland verzeichnete einen Rückgang beim Bruttorealeinkommen von 17 Prozent, Spanien 8 Prozent und Zypern 7 Prozent. In Irland und Estland schrumpfte das Bruttorealeinkommen um jeweils 5 Prozent.

Länder wie Frankreich, Deutschland oder auch Polen konnten ihr Gesamteinkommen während der Krise sogar steigern. Die Kluft zwischen Nord- und Süd EU-Ländern wird insgesamt größer. Mit Blick auf das Jahr 2013 sei es unwahrscheinlich, dass die sozioökonomische Lage "wesentlich verbessern wird", so EU-Sozialkommissar Laszlo Andor.

In den südlichen Ländern nimmt zudem die Stimmung gegen die Europäische Union weiter zu. Die EU wird insgesamt als das eigentliche Problem für diese enorm gesellschaftlich-zersetzenden Zustände angesehen. Doch die EU selbst will so etwas nicht hören, vielmehr werden "vertiefte Integrationen" (Wirtschafts- und Währungsunion) und "passende Reformschritte" angestrebt.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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