Allianz muss Millionen an Kunden von Lebensversicherungen zurückzahlen


(C) motoyen, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Wegen ungültiger Klauseln in alten Versicherungsverträgen zahlt die "Allianz" Lebensversicherung Millionen von Euros an die Kunden zurück. Den Angaben zufolge habe der Konzern eine Beschwerde beim deutschen Bundesgerichtshof gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart zurückgezogen, welches im Sommer 2011 ergangen war, so eine Sprecherin des Konzerns.

Mit diesem Schritt akzeptiert der Konzern das Urteil des OLG Stuttgart. Für die Entschädigung der betroffenen Kunden wurden 117 Millionen Euro zurückgestellt. Nach eigenen Angaben der Allianz seien ca. 900.000 Kunden betroffen, ausschließlich jedoch welche, die ihre Verträge beitragsfrei gestellt hätten.

Jene würden die Nachzahlungen automatisch auf ihre Versicherungssumme gutgeschrieben bekommen - was mit der jährlichen Mitteilung zum Stand des Versicherungsvertrages geschehen wird. Kunden die ihre Verträge bereits gekündigt hatten, bewegen sich den Angaben zufolge im "einstelligen Tausendbereich". Jene Personen müssten sich in einem formlosen Schreiben an die Allianz wenden, um so ihre Ansprüche geltend zu machen, heißt es.

Entsprechende Musterschreiben können etwa bei der Verbraucherzentrale Hamburg VZHH auf der Internetseite (http://www.vzhh.de/versicherungen/245281/das-117-millionen-ding.aspx) bezogen werden.

Das ergangene Urteil hat dabei Auswirkungen auf Lebensversicherungsverträge, welche zwischen den Jahren 2001 und 2007 abgeschlossen worden waren.

Geklagt hatte die VZHH (Verbraucherzentrale Hamburg) gegen bestimmte Vertragsklauseln in Versicherungsverträgen der Allianz. Bei diesen ging es um spezielle Bestimmungen zum Rückkaufwert, zur Beitragsfreistellung und auch zum Stornoabzug in Renten- und Lebensversicherungsverträgen.

Den Angaben der VZHH zufolge hatte die Allianz gekündigte und auch beitragsfrei gestellte Policen falsch abgerechnet. Demnach kaufte die Allianz unter anderem Kunden Lebensversicherungen nach einer Kündigung für einen zu geringen Wert zurück und behielt Stornokosten zu Unrecht ein.

Das Gericht hatte zahlreiche Klauseln in Lebens- und Rentenversicherungsverträgen der Allianz für undurchsichtig und deshalb für unwirksam erklärt. Zuvor hatten die „Hamburger“ bereits mit einer Klage gegen „Signal Iduna“, den Versicherer „Deutscher Ring“ sowie gegen „Generali“ und „Ergo“ Erfolg.

Die Ansprüche aus gekündigten Versicherungsverträgen verjähren drei Jahre nach Vertragsende. Die Verjährungsfrist beginnt am 1. Januar des auf die Vertragskündigung folgenden Jahres.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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