Media-Saturn: Streit zwischen den Eignern spitzt sich weiter zu


Media-Saturn-Holding

Der weiter eskalierende Streit zwischen den beiden Eigentümern der Ketten Saturn und Media-Markt geht in die nächste Runde. Medienberichten zufolge zofft sich der Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals und Olaf Koch. Kellerhals wirft Metro-Chef Koch vor, dass er ihm das Unternehmen wegnehmen wolle.

Gegenüber "Focus" sagte er: "Er will mich enteignen, indem er meine Mitspracherechte durch juristische Spitzfindigkeiten auszuhöhlen versucht". Nach außen hin würde es zwar so sein, dass Koch "leisere Töne" anschlägt, doch in der Sache selbst sei er kompromisslos.

Kellerhals hält einen Anteil von circa 21 Prozent an dem Unternehmen, besitzt zudem ein Vetorecht in allen wichtigen Entscheidungen. Seit mehr als einem Jahr streiten die Gesellschafter um die Führung und weitere Richtung der Media-Saturn-Holding.

Gegenüber dem deutschen Magazin Focus sagte Kellerhals, dass er die Qualifikation von Koch als Chef des größten deutschen Elektronik-Händlers in Frage stellt. Dazu gab er an: "Herr Koch versteht etwas von Finanzen, aber nichts von Handel. Er hat keine zukunftsweisende Strategie, sondern will nur noch sparen, sparen und nochmals sparen".

Doch nur mit Blick auf Kostensenkungen sei bisher noch kein Unternehmen reüssiert worden. Dem Konzern geht es auch darum, im weiter härter werdenden Konkurrenzkampf im Internet bestehen zu können.

Zuvor war es dem Unternehmen gelungen, sein Geschäft im Internet zu etablieren. Schwer war dieser Vorstoß u.a. deswegen, da die Filialen über Franchise-Modelle betrieben werden, also formal unabhängige Geschäfte sind.

Deshalb mussten diese erst einmal davon überzeugt werden, sich auf solche einheitlichen Preise einzulassen und das konzerneigene Online-Geschäft nicht als internen Konkurrenten zu verstehen. Dafür musste aber auch eine enge Verbindung zwischen den Internet-Aktivitäten und den Märkten vor Ort konzipiert und durchgesetzt werden.

  
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