Iran entwickelt intelligente Kontrollsoftware für Soziale Netzwerke


(C) Tijl Vercaemer, 2007, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nach eigenen Angaben lässt die iranische Regierung eine neuartige und "intelligente" Software entwickeln, welche den Zugriff der Iraner auf Soziale Netzwerke einschränken soll. Künftig sollen nur noch Funktionen zur Anwendung gebracht werden können, welche als "nützlich" klassifiziert wurden, heißt es.

Unter anderem diese Ankündigung ließ der Polizeichef Esmaeil Ahmadi Moghadam in iranischen Medien verkünden. Bekannt ist dabei, mit Blick auf die Sozialen Netzwerke, wie Facebook, dass hier US-amerikanische Geheimdienste Zugriff darauf haben, über Frontfirmen gar den Aufbau dieser Netzwerke (In-Q-Tel z.B.), als Datensammelstellen, förderten.

Auch die Auswertung von sozialen Kontakten und andere Maßnahmen sind möglich. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP wurde zu der intelligenten Software im Iran gesagt: "Intelligente Kontrolle Sozialer Netze umgeht nicht nur deren Nachteile, sondern ermöglicht es den Menschen auch, von ihren Vorzügen zu profitieren.

Die Arbeit an einer Software, um solche Netze zu kontrollieren, hat bereits begonnen. „Kontrollieren ist hier besser, als sie komplett zu filtern“, so das offizielle Statement. Derzeit blockiert der Iran Netzwerke wie Twitter oder auch Facebook selbst, wegen "unangemessener Inhalte" wurde im vergangenen September zudem eine YouTube-Sperre vollzogen.

Mittlerweile hat man eine alternative Plattform gestartet, um so "persische Inhalte" und die Kultur des Landes zu fördern. Im letzten Jahr wurden außerdem Zugriffe auf das Internet teils komplett gesperrt und Verbindungen über SSL/TLS (verschlüsselt) unterbunden, da sich Landsleute über ausländische Proxy-Server verbunden hatten, um so die Sperre zu umgehen.

Auf langfristige Sicht strebt der Iran ein "sauberes Internet" an, bei dem das weltweite Netz durch ein nationales "Informationsnetzwerk" ersetzt werden soll. Zahlreiche Regierungsstellen und Behörden des Landes seien bereits darüber verbunden. Im folgenden Schritt ist geplant, dass der Zugang der Bürger auf das iranische Intranet beschränkt werden soll, so Reuters in einer Meldung im vergangenen September.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte