Frankreich: Sogenannte Reichensteuer könnte bis 2017 eingetrieben werden


(C) Wox Globetrotter, 2010, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Französischen Medien zufolge könnte die geplante "Reichensteuer" in Frankreich in einer neuen Fassung über einen deutlich längeren Zeitraum erhoben werden, als eigentlich vorgesehen war.

Bei dieser neuartigen Steuer, welche von der sozialistischen Regierung im Land auf den Weg gebracht wurde, ist vorgesehen, dass eine Abgabe von 75 Prozent des Einkommens über eine Million Euro stattfinden soll.

Der franz. Verfassungsrat hatte die Abgabe zuvor kritisiert. Nach den aktuellen Informationen könnte die Abgabe gar bis zum Jahr 2017 fällig werden, so der Haushaltsminister Jérôme Cahuzac in seinen Angaben gegenüber französischen Medien.

Man bezeichnete die Dauer der Erhebung als einen "Parameter", um Mehreinnahmen für den Staat steuern zu können. Ursprünglich war die sogenannte Reichensteuer auf zwei Jahre befristet worden. Vor über einer Woche hatte der franz. Verfassungsrat die Reichensteuer gestoppt.

Diese war eigentlich das "Vorzeigeprojekt" des sozialistischen Präsidenten Hollande. Seitens des Verfassungsrates bemängelte man an dieser Abgabe, dass sie auf dem Einkommen einzelner Personen basieren würde, obwohl üblicherweise das Einkommen von Haushalten als Bemessungsgrundlage dient.

Aus diesem Grund sah man den Gleichheitsgrundsatz verletzt. Nach dieser Entscheidung machte man seitens der Regierung deutlich, dass die Reichensteuer "in neuer Form" durchgesetzt wird. Hollande sprach in seiner Neujahrsansprache davon, dass dieses Unterfangen eine Frage der "Steuergerechtigkeit" sei.

Unter anderem wegen dieser Zwangssteuer hatte zuletzt der Filmstar Gérard Depardieu angekündigt, seinem Land den Rücken kehren zu wollen. In Russland hat er nun von Präsident Wladimir Putin die russische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen. Andere Persönlichkeiten des Landes könnten folgen.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte