Telefonica stellt unter Betrugsverdacht stehenden Ex-IWF- und Bankia-Chef Rodrigo Rato ein


(C) Bankia, 2011, Bild: Wikipedia (CC BY 2.5 ES)

Eines der größten global agierenden Telekommunikationsunternehmen, die Telefonica, wird den unter Betrugsverdacht stehenden früheren Chef des IWF (Internationaler Währungsfonds), Rodrigo Rato, als Berater einstellen, heißt es in Medienberichten.

Am vergangenen Freitag (04.01.2012) gab man seitens des Unternehmens bekannt, dass der 63-Jährige wegen seiner "Erfahrung und Laufbahn" Mitglied der beratenden Gremien für Europa und Lateinamerika werden wird. Sein Posten solle keine Führungsaufgaben umfassen, heißt es. In den kommenden Tagen wird er seinen Job antreten, so ein Sprecher von Telefonica gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Wie hoch sein Gehalt ausfallen wird, gab man nicht bekannt.

In den Jahren von 1996 bis 2004 war Rato Wirtschaftsminister von Spanien, danach bis zum Jahr 2007 Direktor des Internationalen Währungsfonds. Dann, von 2010 bis 2012, war er an der Spitze der spanischen Bankia anzutreffen. Ende Dezember musste sich Rato wegen Veruntreuung, Betrug, Kontenfälschung und Preismanipulation verantworten. Anfang Mai hatte die spanische Regierung dem stark angeschlagenen Geldhaus eine Spritze von 23,5 Milliarden Euro zukommen lassen und es damit gerettet.

Beim Gerichtstermin im Dezember riefen Demonstranten „Dieb! Rato geh ins Gefängnis!“. Unter den Demonstranten waren auch Anleger, die infolge der Bankia-Krise Teile ihres Vermögens verloren hatten. Rato hatte als letzter der insgesamt 33 Bankia-Manager vor Gericht auszusagen, das der Klage der kleinen Partei Unión, Progreso y Democracia sowie einer Vereinigung geprellter Kleinanleger stattgab.

Die Bankia musste nach massiver Misswirtschaft im Mai vergangenen Jahres verstaatlicht werden. Viele Probleme der Bankia waren dabei selbstverschuldet. Sogar der spanische Bankenverband warf damals Rodrigo Rato im Zusammenhang mit dem Börsengang der Bankia verantwortungsloses Handeln vor. Er war zur Zeit des Börsengangs Chef der Bank. Der Börsengang der Bankia sei viel zu riskant gewesen, heißt es. In Folge verlor der Aktienkurs massiv an Wert.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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