Debatte um Steinbrück: Grüne gehen auf Distanz


(C) Frank Plitt, 2012, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0 DE)

Nach den umstrittenen Äußerungen von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gehen nun führende Politiker der "Grünen" auf Distanz zu ihm. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte etwa Sylvia Löhrmann, die stellvertretende Ministerpräsidentin und Bildungsministerin von Nordrhein-Westfalen, dass das Thema der Gerechtigkeit bei der Bundestagswahl eine entscheidende Rolle spielen würde.

"Dabei wird es aber definitiv nicht um eine bessere Bezahlung von Politikerinnen und Politikern gehen", sagte sie gegenüber dem Blatt. Auch die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Grünen hob man hervor, dem sich auch der grüne Spitzenkandidat in Niedersachsen, Stefan Wenzel, anschloss.

Im Vorfeld hatte Steinbrück bekundet, dass er eine rot-grüne Regierungsmehrheit im Bund anstrebe und dafür kämpfen werde. Doch Löhrmann sagte dazu, dass sie "nie eine Freundin von rot-grünen Projekten" gewesen sei.

Die Grünen müssten in Unabhängigkeit agieren, wobei aber die SPD und Steinbrück den Grünen näher stünden, als die schwarz-gelbe Bundesregierung, fügte man hinzu. Stefan Wenzel sagte gegenüber der FAS, dass die Grünen für ein gutes und eigenes Ergebnis in Niedersachsen, wie auch im Bund, kämpfen werden. "Deshalb steht für uns nicht im Mittelpunkt, wie Herr Steinbrück seinen Wahlkampf gestaltet", so Wenzel.

Zuletzt hatte auch der Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, einen Appell an Steinbrück gerichtet. Er müsse wieder "auf Angriff" gegen Schwarz-Gelb schalten und sich gegen die soziale Schieflage der Politik Merkel stellen.

Bei den Grünen hätte man diese Agenda längst eingearbeitet und würde diese Themen strikt verfolgen. Seitens Wenzel konnte zu Steinbrück auch vernommen werden, dass er die Integrität des SPD-Kanzlerkandidaten infrage stellte. Offenbar hat Peer Steinbrück die Bedeutung des Wortes Minister missverstanden. Es kommt von dienen, nicht von verdienen", sagte Wenzel.

Es sollten Vorträge kostenlos gehalten werden oder man sollte wenigstens das Honorar spenden, "anstatt damit ein Geschäftsmodell aufzubauen wie Herr Steinbrück". Dessen Auftritt bei einer Kanzlei, die ihn zuvor als Finanzminister beraten habe, nannte Wenzel "besonders bedenklich".

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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