BER: Skandale am Flughafen reißen nicht ab - neue gravierende Fehlplanungen bekanntgeworden


(C) Olaf Tausch, 2012, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Die negativen Schlagzeilen ist man beim deutschen "BER"-Flughafen bereits gewohnt, nun kommt eine weitere hinzu. Einem Gutachten zufolge würde es auf dem künftigen Hauptstadtflughafen zu massiven Engpässen kommen, welche in einem "Desaster" enden könnten.

In einem Bericht der "Bild" heißt es zur Sache, zitiert aus einem internen Gutachten des "Airport Research Centers" (ARC) Aachen, dass man vor massiven Engpässen sofort nach der Inbetriebnahme 2013 warnt.

Schon mit der Eröffnung des Flughafens drohe die "Maximal-Auslastung". Bei den Gepäckbändern sei es so, dass die Anzahl dieser für die Verkehrslast der Wintersaison nur "eingeschränkt ausreichend" sein würden, weil es keine Systemreserven gibt.

Sollte nur eines der acht Gepäckbänder ausfallen, würde ein regelrechtes "Desaster" drohen. Für einen solchen Fall schlossen die Gutachter einen "system break" (Betriebsausfall) nicht aus, schreibt man. Die Verzögerungen bei der Einreisekontrolle oder Gepäckauflage würden zu einem "Kollaps" führen.

Auf Nachfrage zur Sache erklärte man gegenüber Bild: "Planung und Realisierung zusätzlicher Gepäckabgabebänder können nach Eröffnung im Bedarfsfall zeitnah vorgenommen werden".

Mit Blick auf den vergangenen November 2012 hatte bereits ein Gutachten davor gewarnt, dass der BER-Flughafen für die Zahl der zu erwartenden Passagiere zu klein geplant wurde.

"Die Kapazitäten des neu errichteten Flughafens liegen deutlich unterhalb der Nachfrage", hieß es in dem Gutachten der "FDC Airport Consulting". Damals hatte die Flughafengesellschaft die aufgezeigte Kritik als "unbegründet" zurückgewiesen.

Außerdem meldete man vor einigen Tagen im "Spiegel", dass man für die geplante Eröffnung im Oktober dieses Jahres "neue Risiken" sehen würde. Nicht nur die bekanntgewordenen Brandschutzprobleme seien bekannt, auch die Kühlung der zentralen Computeranlage sorge für Ärger, schrieb man.

Aus diesem Grund würden Notabschaltungen und Überhitzung drohen. Dies aus dem Grund, weil die Kälteaggregate falsch dimensioniert wurden. Die unter dem Rollfeld befindliche Tankanlage sei ebenfalls mit Problemen behaftet. Hier würden am kilometerlangen Pipelinesystem einige Rohrverbindungen "nicht exakt passen".

Noch vor Weihnachten (2012) war ein internes Protokoll des deutschen Bundesverkehrsministeriums bekannt geworden. In diesem wurden neue Planungspannen und auch Baumängel kenntlich gemacht. Unter anderem sind die Rolltreppen zu kurz und von eindringendem Regenwasser war die Rede.

Die Eröffnung des BER-Flughafens musste bereits mehrfach verschoben werden. Auch für den neu anvisierten Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 kamen zuletzt Zweifel auf, ob man diesen Termin so einhalten werden könne.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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