Patent: Sony will möglicherweise Handel mit gebrauchten Spielen stoppen


(C) Andreas Tille, 2004, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY-SA 2.5)

In der Spielecommunity wird derzeit ein neues Patent von Sony kritisch in Augenschein genommen. Mit diesem soll es möglich sein, dass gebrauchte Spiele nicht mehr weiterverkauft werden können. Das neue System soll dabei auch ohne Internetverbindung auskommen und die Spiel- und Gerätekennung untereinander abgleichen.

In der Berichterstattung zur Thematik heißt es, dass das System zur Markierung von Spiele-DVDs/Blu-rays Anwendung finden soll, welche mit einem RFID-Chip ausgestattet sind. Dieser Chip soll die Artikelnummer eines Spiels als auch die individuelle Kennung speichern, welche entweder mit der Spielkonsole oder einem Spieler verknüpft werden muss.

Diese Kombination wird auf dem Chip gespeichert, damit man es spielen kann. Wird ein Spiel in ein anderes Gerät eingelegt, werden die gespeicherten Daten abgeglichen und ggf. das Spielen blockiert. In der bisherigen Technik wurde eine Internetverbindung genutzt, um dies anzustellen. Mit dem möglichen Einsatz dieser Technik wird eine Internetverbindung nicht mehr nötig sein.

In dem gestellten Patentantrag von Sony wird auch festgehalten, dass mögliche Zusatzidentifikationen per Passwort, Fingerabdruck oder sogar Iris-Scan möglich sind. Für den Handel mit gebrauchten Spielen könnte diese neue Technik einen schweren Schlag bedeuten.

Man sieht die bisherige Möglichkeit der Onlineidentifizierung als unterlaufbar an, da ein Verkäufer eines Spiels auch die entsprechenden Zugangs-Daten mitliefern kann. Als Argumentation gibt Sony zum Einsatz dieser Schutzmöglichkeit an, dass dadurch nicht erlangte Verkaufserlöse kompensiert werden sollen - bei Spielen, die bislang aus zweiter Hand weiterverkauft wurden, was künftig nicht mehr möglich sein könnte.

Auch Neukunden würde man mit dem Handel von gebrauchten Spielen verlieren, heißt es. Wie und ob die neue Schutztechnik angewendet wird, ist bislang noch offen. Auch wären verschiedene Fragen zu klären. Etwa ob die Spielesammlung bei einem Verlust oder Beschädigung einer Konsole "unbrauchbar" wird, da die "identifizierte", jedoch kaputte, Konsole ausgetauscht werden muss. In der Gaming-Community sieht man diesen Vorstoß nicht gerne, in zahlreichen Kommentaren gab es teils heftige Kritik gegen das bekanntgewordene Patent.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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