Britischer Minister Paterson spricht sich für Nutzung von Agro-Gentechnik aus


(C) Jack Dykinga, 2008, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Ein wenig Schleichwerbung hat nun der britische Umweltminister Owen Paterson für die Nutzung von GMO-Agro-Gentechnik gemacht. Vor Vertretern der Lebensmittelindustrie und Landwirten pries er auf der Oxford Farming Conference die "großartigen" Möglichkeiten an, die mit patentierbaren und genetisch veränderten "Lebens"- bzw. "Nahrungs"mitteln erreichbar sind.

Bereits im vergangenen Dezember hatte er sich für den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen in Großbritannien ausgesprochen. Widerstand bezeichnete er, aus welchen gedanklichen Gründen auch immer, als "Nonsens".

Die Gentechnik würde eine Innovation sein, und wenn man schon von Innovationen spricht, dann sollte man auch die Gentechnik erwähnen, so Paterson. Man sollte nicht davor zurückschrecken, die potenziellen Vorzüge der Gentechnik jenseits der Nahrungskette zu vertreten.

Doch verschiedene Umweltschutzorganisationen aus Großbritannien sehen das ein wenig anders, als der Minister. Mit Blick auf den angeblich geringeren Einsatz von chemischen Spritzmitteln, die Paterson ansprach, beruft man sich auf eine Studie aus dem Gentechnik-Mutterland USA, die zeigt, dass der Anbau von Gentechnik-Pflanzen über eineinhalb Jahrzehnte hinweg zu einem um 7 Prozent höheren Verbrauch von chemischen Spritzmitteln geführt hat.

Die künstlich herbeigeführten Ernährungsprobleme auf der Welt könnten nicht durch Gentechnik-Pflanzen ausgemerzt werden. Seitens der FotE sagte man gegenüber der britischen Tageszeitung "The Guardian": "GV-Pflanzen sind nicht die Lösung für die Ernährungsprobleme, mit denen wir es zu tun haben. Sie werden vor allem dafür entwickelt, multinationalen Biotechnologie-Firmen zu nützen, die sich die Kontrolle über die Saatgut-Produktion aneignen, nicht, um arme Menschen in Entwicklungsländern zu ernähren".

Die angesprochene Konferenz in Oxford, an der Owen Paterson vor Vertretern der Lebensmittel-Industrie und Landwirten sprach, wurde unter anderem auch durch den deutschen Gentechnik- und Pestizidhersteller Bayer CropScience mitfinanziert. Als „Teil einer massiven PR-Kampagne von Regierung, Industrie und Marktliberalen, um das 'Frankenfood'-Image der Gentechnik in Großbritannien abzuschütteln“, bezeichnete The Guardian die Äußerungen des Ministers.

Die Regierung gebe circa 100 Millionen Pfund für die Erforschung der Agro-Gentechnik aus und versuche, Länder in Subsahara-Afrika zur Nutzung zu „überzeugen“. Wie aggressiv GMO-Konzerne bei der Etablierung der patentierten Pflanzen vorgehen, zeigte damals auch schon das Vorgehen im Irak. Über die Jahre bewahrten die Iraker Proben von kostbaren natürlichen Samenarten in der nationalen Samendatenbank in Abu Ghraib auf, also in einer Stadt, die international als Standort eines der Foltergefängnisse des US-Militärs Bekanntheit erlangen sollte.

Mit den verschiedenen Kriegsmaßnahmen im Irak ist auch die wertvolle und unbezahlbare Samendatenbank in Abu Ghraib verschwunden. Das ehemalige irakische Landwirtschaftsministerium hatte damals vorsorglich jedoch eine Außenstelle (CGIAR) zur Einlagerung in Syrien geschaffen. Dort werden die wichtigsten Weizensorten noch immer aufbewahrt.

Nach den kriegerischen Intermezzos sollte die irakische Landwirtschaft „modernisiert“, industrialisiert und vom traditionellen Familiengetreideanbau wegorientiert werden, und zwar hin zu Landwirtschaftsbetrieben im Stil der USA, die für den „Weltmarkt“ produzieren. Würde unter Bremers Verordnung 81 ein großes internationales Unternehmen eine Pflanzenart entwickeln, die besonders gegen Schädlinge im Irak widerstandsfähig wäre, und ein irakischer Bauer würde eine andere Art züchten, die das gleiche leistet, dann wäre es dem Bauern gesetzlich verboten, sein eigenes Saatgut aufzubewahren.

Stattdessen hätte er an das Unternehmen, etwa Monsanto, Lizenzgebühren für den Einsatz des genmanipulierten Samens zu bezahlen. US-amerikanische und internationale Gerichte haben nach den Regeln der Welthandels-Organisation in Genf, einer Körperschaft, die von der US-Regierung und internationalen Agrarkonzernen wie Monsanto beherrscht wird, die Macht, solche Gesetze zur Patentierung von Pflanzen zu erzwingen.

Eine derartige totale Kontrolle über die landwirtschaftlichen Saatgutarten wurde erst unter dem neuen Patentgesetz im Irak möglich. Auf dem Papier stellte es sich so dar, als würde nur das Saatgut, das irakische Bauern von internationalen Samengesellschaften gekauft haben, unter das neue, von den USA aufgezwungene irakische Patentrecht fallen. Die Wirklichkeit sah ganz anders aus. Der Irak wurde in ein gewaltiges Laboratorium verwandelt.

Weitere Informationen in Buchform, auch weiterführend Irak, zur Thematik GMO erhalten Sie im Buch "Saat der Zerstörung - Die dunkle Seite der Gen-Manipulation", des Autors F. William Engdahl. Z.B. unter folgender Quelle können Sie es beziehen

Quelle: Keine-Gentechnik - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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