Project Seal: Geheime Tests mit der Tsunami-Bombe zur Zerstörung von Küstenstädten


(C) US Navy, 2011, Bild: Wikipedia (gemeinfrei GOV)

In einem Artikel von "Telegraph" berichtet man nun von geheimen Tests einer Tsunami-Bombe, welche von den USA und Neuseeland durchgeführt wurden. Mit dieser Waffe sollten künstliche Tsunamis ausgelöst werden, um so strategisch Küstenstädte mit massiven Flutwellen zu zerstören.

Durchgeführt wurden entsprechende Tests in den Gewässern von Neukaledonien und Auckland während des Zweiten Weltkriegs, die zeigten, dass eine Reihe von strategisch gezündeten Bomben einen 33-Fuß hohen Tsunami auslösen konnten, der dazu in der Lage war eine Küstenstadt zu überfluten. Unternommen wurde die geheime Operation unter dem Codenamen "Project Seal".

Man berichtet, dass über 3700 Bomben während der Tests gezündet wurden, zuerst in Neukaledonien und später auch bei der Whangaparaoa Halbinsel, nahe Auckland. Der Autor und Filmemacher Ray Waru hatte militärischen Daten in den nationalen Archiven untersucht und ist dabei auf dieses Projekt gestoßen.

In einem Kommentar sagte er, dass wenn die Atombomben nicht die erhoffte Wirkung erzielt hätten, man die Menschen per Tsunami angegriffen hätte. Er selbst sieht es als erstaunlich an, dass man auf die Idee gekommen ist, Massenvernichtungswaffen einzusetzen, um damit künstliche Tsunamis auszulösen.

Dass Neuseeland in diesem Bereich mitgearbeitet hat, erstaunte ihn noch mehr, da die Dokumente zeigen würden, dass diese Angriffsmöglichkeit bereits damals zu einem hohen Grad Wirkung gezeigt hätte. Das geheime Projekt wurde im Juni 1944 gestartet, nachdem der US-Marineoffizier E. A. Gibson bemerkte, dass mit Sprengungen, welche damals durchgeführt wurden, mit dem Zweck die Korallenriffe rund um verschiedene Inseln im Pazifik zu beseitigen, manchmal große Wellen erzeugt werden konnten.

Diese Beobachtungen stießen die Überlegungen zur Entwicklung einer Tsunami-Bombe an. Waru sagte gegenüber dem Blatt, dass der erste Test ein voller Erfolg gewesen war, das Projekt wurde schließlich im Frühjahr 1945 auf Eis gelegt, zumindest anscheinmäßig. Danach berichteten neuseeländische Behörden, in den 1950er Jahren, von weiteren Experimenten.

In den damaligen Tests kam man zu der Überzeugung, dass eine einzelne Explosion nicht mächtig genug sei, um einen Tsunami zu zünden. Mit der strategischen Zündung an aktiven Erdbebenzonen könnte jedoch durch die Verkettung ein Beben ausgelöst werden. Waru sagte in dem Bericht bei "Telegraph", dass wenn Sie derartige Möglichkeiten in einem James-Bond-Film gesehen hätten, es wohl reine Phantasie gewesen wäre - doch diese Tests waren eine reale Sache.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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