Deutschland: Erneut Manipulationen bei Organspenden


(C) Johannes Kazah, 2009, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0)

Nach der breiten Empörung wegen Manipulationen bei Transplantationen, wurde nun auch am Universitätsklinikum Leipzig ein Skandal in diesen Belangen bekannt. Medienberichten zufolge wurden bei 37 der 182 Patienten, welchen in den Jahren 2010 und 2011 in Leipzig eine Spenderleber transplantiert wurde, die Daten manipuliert, hieß es seitens des Medizinischen Vorstands des Klinikums, Wolfgang Fleig.

Schon im Vorfeld hatte die deutsche Bundesärztekammer eine Mitteilung gegeben, dass in zahlreichen Fällen Patienten fälschlich als Dialysepatienten ausgegeben wurden, um diese damit auf der Warteliste zur Transplantation besser zu positionieren.

Die aufgetretenen "Unregelmäßigkeiten" müssten nun vertieft weiter geprüft werden. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" sagte Fleig, dass in den fraglichen Fällen angegeben worden sei, dass die Patienten eine Blutwäsche erhielten, was jedoch nicht passierte.

Von der internationalen Organvermittlung Eurotransplant hätten diese Personen dann schneller eine neue Leber zugeteilt bekommen. In dem Bericht heißt es auch, dass die beiden Oberärzte, welche das sogenannte Transplantationsbüro der Klinik bisher geleitet hatten, beurlaubt wurden. Der beurlaubte Klinikdirektor soll bereits im Jahr 2008 von Berlin nach Leipzig gewechselt sein.

Die Manipulationen seien fast alle in den Jahren 2010 und 2011 vorgenommen worden, schreibt man. Doch wieso plötzlich mit den Manipulationen angefangen wurde, frage sich auch der Klinikvorstand Fleig.

Im Jahr 2012 hätte es nur noch eine Manipulation gegeben. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Skandale wegen Manipulationen bei der Organvergabe die deutsche Öffentlichkeit schwer erschüttert. Es flogen Betrugsfälle an den deutschen Universitätskliniken Göttingen oder auch Regensburg auf, wo Ärzte Patienten bei der Vergabe von Organen bevorzugten.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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