Jahr 2013 wird für deutsche Schifffahrt hart werden


(C) Wmeinhart, 2005, Bild: Wikipedia (GNU Free Version 1.2)

In den vergangenen Monaten hat der Druck auf die meisten der knapp 400 deutschen Reedereien deutlich zugenommen. Auch im Jahr 2013 wird die Krise in der Branche nicht besser, denn vielmehr schlimmer werden. So werden in den kommenden zwölf Monaten nicht alle Reedereien den Sturm überstehen können, hieß es von den meisten Schifffahrtsunternehmen im vergangenen Sommer bei einer durchgeführten Umfrage.

Ende dieses Jahres wurde dann klar, dass selbst die traditionsreichen Unternehmen wie Hapag-Lloyd oder Hamburg Süd schwere Zeiten aufziehen sehen und über einen Zusammenschluss verhandeln. In der deutschen Schifffahrtsbranche ist die Krise ausgebrochen, seit mittlerweile dreieinhalb Jahren, wobei sie sich stetig weiter verfestigt hat.

Viele der Reedereien sind eher kleine Betriebe mit ein oder zwei Schiffen. Die großen wie Hapag-Lloyd haben hingegen mehr als 100 Schiffe. Insgesamt haben die deutschen Reedereien circa 3750 Schiffe und beschäftigten insgesamt etwa 96.000 Menschen weltweit. Durch die Krise geraten dabei viele der Schiffsbetriebe in „Seenot“, u.a. auch wegen einer wackeligen Finanzierung.

Bis Mitte dieses Jahres müssen deshalb 71 Prozent der Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um die Liquidität zu verbessern, heißt es in einer Umfrage von PwC. Angefangen hatten die turbulenten Zeiten mit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2009, als in Folge der Lehman-Pleite die Warenströme auf den Meeren abnahmen.

Durch schlechte und zu üppige Planungen sind die Reeder aber teils selbst mitverantwortlich für die Misere, denn sie bringen zu viele Schiffe an den Markt. Gegenüber dem Handelsblatt sagte der Hamburger Großreeder Peter Krämer: "Wir Reeder waren blauäugig - dachten, der Boom der 2000er Jahre hört nicht mehr auf, und haben entsprechend Schiffe bestellt, ohne konkreten Bedarf. Das hat zu gewaltigen Überkapazitäten geführt".

Aber auch seitens PwC hieß es, dass man durchaus davon ausgehen muss, dass die deutschen Reeder an Bedeutung verlieren werden. Verschärft wurde die Krise in der Branche auch dadurch, als sich im Jahr 2012 mehrere Geschäftsbanken aus der Finanzierung von Schiffen zurückgezogen hatten.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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