29c3: Überwachung der Menschen wird immer weiter ausgebaut


(C) Elke Wetzig, 2005, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.0 DE)

Nun haben Ex-US-Geheimdienstler der NSA über die Spionage-Möglichkeiten ihres ehemaligen Arbeitgebers auf dem "29c3"-Kongress gesprochen. Deren Angaben zufolge habe die NSA bereits kurze Zeit nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Spionagetechnik gegen die eigenen Leute eingesetzt, welche vormals für den Einsatz gegen äußere Bedrohungen gedacht waren.

Bei dem US-Geheimdienst NSA handelt es sich um einen, der für globale Überwachung und Entschlüsselung von Kommunikation zuständig ist. Die breiten Spionagetätigkeiten wurden ohne richterliche Genehmigung durchgeführt, womit sie verfassungswidrig waren. Bereits damals hätte die NSA unter anderem ein spezielles Filtertool eingesetzt, welches unter dem Namen "ThinThread" geführt wurde.

Dieses habe effizient die Daten von unverdächtigen Personen aus der Überwachung ausschließen können. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Thomas Drake sagte diesbezüglich, dass durch den Einsatz dieser Filtermöglichkeit die Terroranschläge hätten verhindert werden können. Man soll sich seltsamerweise aber dazu entschieden haben, auf das sogenannte Trailblazer-System zu setzen, das im Jahr 2005 wegen zu hoher Kosten eingestellt worden war.

Doch nicht nur diverse Spionagetechniken sprach Drake an, auch seine eigenen Erfahrungen mit der Regierung schilderte er auf dem "29c3"-Kongress. Er hätte etwa einem Journalisten Einblicke in Akten ermöglicht, welche nicht als geheim eingestuft waren.

Nachträglich hätte man die Dokumente aber als "top secret" klassifiziert und verschiedene Informationen verzerrt, um ihn hinter Gitter zu bringen. Damals drohten Drake bis zu 35 Jahre Haft, da er angeblich die nationale Sicherheit angegriffen hätte. Er wurde für zweieinhalb Jahre als Staatsfeind betrachtet und kam letztendlich aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß, erzählte Drake.

Die im Roman "1984" geschilderten Dystopien sind seiner Ansicht nach bereits Realität, wobei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sei. Die Menschen würden sich selbst durch die Anschaffung von immer mehr Elektronik-Firlefanz "verwanzen" und verfolgbar machen. Die meisten Menschen sehen nur die positiven Dinge (Unterhaltung) an der Elektronik, wie etwa bei Smartphones und Co, doch es gibt eine parallellaufende Agenda, die eher "dunkler Natur" ist (zumindest für die meisten Menschen). Drake sagte auf dem Kongress, dass die "Stasi ihre Freude an unserer Ausrüstung" gehabt hätte. Dabei stellte er auch die Frage: "Wie kann eine lebendige Demokratie neben einem Sicherheitsstaat existieren"?

Die Anwältin von Drake, Jesselyn Radack, sagte zur Thematik "Whistleblower", dass die Regierung mittlerweile Krieg gegen jeden führen würde, der mit aufklärenden Informationen an die Öffentlichkeit geht. Unter der Regierung von Barack Hussein Obama seien bereits mehr Personen angeklagt worden, als unter allen vorhergehenden US-Administrationen insgesamt. Auch die Anwältin Jesselyn Radack selbst sei im Rahmen ihrer Arbeit als Juristin und Menschenrechtsexpertin bereits auf der berüchtigten "No Fly"-Liste vermerkt worden, was zur Folge hatte, dass sie sich bei jedem Flug einer genauen Leibesvisitation unterziehen musste.

Radack sieht die Chancen des digitalen Zeitalters gespalten. Zwar würden die Chancen erheblich erhöht, dass Missstände und Despoten entlarvt werden, da eine breitere Kommunikation möglich ist, doch kritisch sieht sie gleichermaßen, dass der Staat und dahinterstehende Strukturen diese moderne Technik gegen Aufdecker einsetzen würde. Weitere Informationen dazu und zum Kongress, unter den folgenden Links bei Heise

Gipfeltreffen der NSA-Whisteblower und "Staatsfeinde"

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29C3: Aufruf zum Widerstand gegen den Überwachungsstaat

  
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