Illegale Downloads: Bundestag, EU, US-Behörden, Contentindustrie und Co. saugen bis die Schwarte kracht


(C) Jamison Judd, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Auf der einen Seite fordern diverse Politdarsteller, dass Urheberrechte gewahrt werden müssten. Das ist sicherlich auch richtig, doch das Thema verkommt immer mehr als Werkzeug zur Installierung von Zensur und Co. Noch interessanter wird es dabei, wenn man sich die Spuren der "illegalen Downloader" genauer anschaut, diese führen gar bis in den Bundestag hinein.

Aber auch US-Filmstudios selbst laden bis die Schwarte kracht. Die ominöse Anti-Download-Kampagne "Du kannst klicken, aber Du kannst Dich nicht verstecken" der US-amerikanischen Filmkartellindustrie wirkt in diesem Zusammenhang gar wie ein vorgezogener Aprilscherz.

Zahlreiche Auswertungen von ScanEye zeigen nun auf, dass illegale Filesharer nicht nur im Bundestag sitzen, sondern auch im EU-Parlament, in diversen US-Ministerien, Musikindustrie und auch bei US-Filmstudios. Man propagiert zwar Tag und Nacht irgendwelche Sprüche, dass das Urheberrecht stärker geschützt werden müsse, doch wenn es um die eigene Lusterfüllung des digitalen Saugens geht, fühlt man sich scheinbar über dem Gesetz stehend und lässt die Leitung glühen.

Mit Blick auf die Filmstudios fand man durch ScanEye heraus, dass während der Arbeitszeit von den Häusern Paramount Pictures, Warner Brothers, Disney, Sony Pictures und 20th Century Fox Urheberrechtsverletzungen begangen wurden. Dabei sei anzumerken, dass sich ScanEye besonders auf die Analyse von Bittorrent spezialisiert hat, die unentdeckten Fälle sind dementsprechend größer, da es noch andere Downloadmöglichkeiten gibt.

In der Vergangenheit gab es dabei schon diverse Gerüchte im Internet, dass "gewisse Strukturen" selbst Filme und Co. ins Internet stellen, damit diese "getauscht" werden / Verbreitung finden. Danach wartet man ab und lässt, nach ausreichender Verbreitung, die Filesharing-Abmahnungen laufen, da man damit anscheinend mittlerweile mehr Geld einsacken kann, als auf reale Verkäufe zu hoffen.

Im Bundestag hat man den Angaben zufolge wohl besonderes Interesse an dem Film "Celebrity Rehab", dem Actionstreifen "Premium Rush" oder auch "The Voice" gehabt. Mit Blick auf die Europäische Union in Brüssel ist es dabei so, dass hier das Drama "Take Shelter" beliebt war, was die illegalen Downloads angeht.

Dies sind natürlich nur einige Beispiele und den Angaben zufolge "nur die Spitze des Eisbergs". Auch illegale Pornos wurden in Massen heruntergeladen - in der Bürokratie kann es bekanntlich des Öfteren langweilig werden.

Das innere psychologische Gerüst bei Konsumierung derartiger Filmchen lässt aber durchaus tief blicken, wenn es um die "volksvertretenden" Downloader geht. Auch Mitarbeiter von Musikkonzernen und in US-Regierungsinstitutionen wird demzufolge kräftig illegal heruntergeladen. Darunter sind zum Beispiel das Repräsentantenhaus, das Heimatschutzministerium und gar das Justizministerium selbst.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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