Delors: Großbritannien sollte aus der EU austreten


(C) NVP, 2001, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nun hat der amtierende EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy Großbritannien davor gewarnt, sich weitere Sonderrechte einzuverleiben. Wenn sich jeder Mitgliedsstaat so verhalten würde, indem er sich nur die Rosinen aus der EU-Politik herauspickt und bei eher unbeliebten Dingen nicht mitmachen wolle, dann könne sich die Gemeinschaft rasch auflösen, so Van Rompuy gegenüber dem "Guardian".

Der ehemalige Kommissionspräsident der EU, Jacques Delors, legte Großbritannien gar einen Austritt aus der EU nahe. Es dürfe nicht so sein, dass ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union die besten Teile für sich herauspickt, bei anderen Themen jedoch nicht mitarbeitet, die ihm nicht gefallen.

Im Allgemeinen würden sich die geschlossene Union und der vereinheitlichte Markt bei solchen Handlungsweisen rasch auflösen. Van Rompuy merkte spitz an, dass er wohl nicht davon ausgeht, dass ein einzelner Mitgliedsstaat die Grundlage unseres kooperativen Systems untergraben wolle.

Zuletzt hatte es seitens des britischen Premiers David Cameron auf EU-Gipfeln eher kompromisslose Auftritte gegeben, in denen man klar die eigene Position von Großbritannien aufzeigte. Hierbei sei deutlich zu machen, dass Cameron unter dem Druck des erstarkten euroskeptischen Flügels seiner Tory-Partei sowie von Meinungsumfragen, nach deren Ergebnissen immer mehr Briten einen Ausstieg von Großbritannien aus der Europäischen Union befürworten, steht.

Erst im November dieses Jahres machte Cameron deutlich, dass er derzeit an der Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU festhalten wird, aber eine neue Vereinbarung erreichen möchte, die es dem Land ermöglicht, sich aus einzelnen Politikfeldern zurückzuziehen. Im Handelsblatt sagte der ehemalige Kommissionspräsident Delors: "Den Briten geht es allein um ihre Wirtschaftsinteressen", weshalb er einen Austritt aus der EU empfiehlt.

  
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