Absprachen: ProSiebenSat.1 und RTL mit Millionenstrafe belegt


Bundeskartellamt

Lange war es relativ ruhig geworden, um die Absprachen der großen deutschen Privatsender. Doch nun hat das Bundeskartellamt gegen die Privatsendergruppe Pro7Sat.1 und auch RTL eine hohe Geldbuße in Höhe von 55 Millionen Euro verhängt.

In den Jahren 2005 und 2006 hätten sich die Unternehmen demnach wettbewerbswidrig darüber abgesprochen, ihre neuen digitalen Free-TV-Programme künftig nur noch verschlüsselt auszustrahlen, wobei man zum Empfang des verschlüsselten Programms ein zusätzliches Entgelt zahlen sollte.

Das Bundeskartellamt ließ zur Entscheidung verlauten, dass das Bußgeld gegen die Sendergruppen und zwei Verantwortliche verhängt worden sei. Die Bescheide für die Bußgelder seien den Angaben zufolge aber noch nicht rechtskräftig.

Es hieß jedoch, dass sich die beiden Unternehmen zu einer einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens bereiterklärt hätten. Die Unternehmen würden demnach ab Jahreswechsel auf die Grundverschlüsselung ihrer Free-TV-Programme in der Standard-Auflösung SD verzichten.

Dies würde für einen Zeitraum von zehn Jahren gelten - egal ob per Kabel, Satellit oder IPTV. Nicht betroffen von der Entscheidung des Kartellamts sind die hochauflösenden HD-Programme.

Die Absprachen hätten mindestens bis zu einer Razzia bei den Unternehmen im Mai 2010 gedauert, in etlichen Netzen auch darüber hinaus, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte