Russland: Gesetz zum Verbot von Adoptionen für US-Bürger bald in Kraft


(C) Mad Wraith, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nachdem es teils heftige Kritik an dem Vorstoß Russlands, US-Bürgern die Adoption von russischen Kindern zu untersagen, gegeben hatte, will Russlands Präsident Wladimir Putin weiter an diesem Vorgehen festhalten. Putin würde keinen Grund sehen, warum er das entsprechende Gesetz nicht unterzeichnen sollte, sagte er auf einem Treffen mit Vertretern des Kremls in Moskau.

In diesem Zusammenhang sprach er auch über ein neues Dekret, welches vorsieht, dass die Unterstützung von Waisen verbessert werden soll. Zuletzt hatten die beiden russischen Parlamentskammern das umstrittene Adoptionsverbot mit einer deutlichen Mehrheit verabschiedet.

Dies als direkte Reaktion auf das sog. Magnizki-Gesetz der Vereinigten-Staaten, welches Sanktionen gegen Funktionäre aus Russland vorsieht. Grund für die Etablierung des Gesetzes war der Tod des Anwalts Sergej Magnizki im Jahr 2009. Dieser war in einem Moskauer Gefängnis nach Misshandlungen und unterbliebener Hilfeleistung verstorben, nachdem er einen Korruptionsfall in hohen Positionen Russlands aufdeckte.

Vor und nach der Gesetzesunterbreitung hatte man die Verabschiedung des Adoptionsverbots russischer Kinder seitens der US-Regierung und dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF deutlich kritisiert. Hierbei sagte man unter anderem, dass dieses neu erlassene Gesetz russischen Waisenkindern die Möglichkeit auf ein besseres Leben nehmen würde.

Darauf konterte Putin, indem er sagte, dass "es viele Orte auf der Welt gibt, wo der Lebensstandard höher ist als in Russland". Und - sollen wir all unsere Kinder dorthin schicken? Vielleicht sollten wir selbst dahin ziehen", fügte der russische Staatschef provozierend hinzu.

Vergangenes Jahr hatten US-Bürger fast 1000 russische Kinder adoptiert. Zuletzt hatte die russische Justiz den Beginn des Prozesses gegen den Chef des US-Investmentfonds Hermitage Capital, William Browder, und den in russischer Haft verstorbenen Anwalt Sergej Magnizki auf Ende Januar vertagt.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

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