Handelskriege durch sich versteifende Weltwirtschaft


(C) 401(K) 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

In aktuellen Wirtschaftsmedienberichten schreibt man, dass die Weltwirtschaft es auf Handelskriege hintreiben würde, welche bereits im Gang sind. Aus diesem Grund könnte die Welthandelsorganisation WTO ihren eigentlichen Sinn verlieren, so Experten des Peterson Institute for International Economics in einer Lagebeschreibung.

Den Angaben zufolge würden mittlerweile zahlreiche Länder ihre Nationalwährungen durch verschiedene Maßnahmen künstlich abwerten, um so das Exportgeschäft für eine gewisse Zeit anzukurbeln. Auch die USA haben den US-Dollar abgewertet, woraus ein Domino-Effekt entstehen könnte.

Mit Blick auf Russland ist es dabei so, dass man hier den Rubel bislang noch stärkt. Was jedoch keine Garantie dafür sein muss, dass sich das Land künftig auch aus Handelskriegen heraushalten kann. Auch China hat bis zuletzt seine Nationalwährung weiter künstlich schwach gehalten, wobei Peking immer wieder Kritik für seine Währungspolitik einstecken musste.

Mittlerweile ist zu beobachten, dass immer mehr Länder auf derartige Maßnahmen zurückgreifen. Der designierte japanische Premier Shinzo Abe hatte zuletzt vorgeschlagen, den hohen Wechselkurs des Yen zu drücken. In diesem Zusammenhang hatte man die japanische Notenbank mit entsprechenden Maßnahmen beauftragt, um "aktiv" zu werden.

Weltweit sei es derzeit so, dass die Zentralbanken Geld emittieren, um die eigene Wirtschaft zu unterstützen und den Export weiter zu fördern. Die Experten sprechen mittlerweile von einem weltweiten Trend. Mit Blick auf das Jahr 2013 kann dieses Vorgehen zu einem "Wendejahr" werden.

Auch hier werden viele Länder versuchen ihre Währungen abzuwerten, was durchaus Anlass zur Besorgnis berge, sagte kürzlich Mervyn King von der Bank of England. Durch niedrige Währungskurse fördere man den Export, was angesichts der wirtschaftlichen Instabilität und der zweiten Krisenwelle besonders akut sei, gab man weiter an.

Um die Abwertung der eigenen Währungen bemühen sich mittlerweile Japan, China, Schweiz, Israel, Südkorea und Australien. Russland wartet vorerst ab. Insgesamt könne der weltweit gefahrene Protektionismus zu unappetitlichen Handelskriegen führen, ja zum offenen Kampf um Absatzmärkte, so Edwin Truman vom Peterson Institute for International Economics.

Hierbei betonte er auch, dass wenn eine Währung zu stark abgewertet wird, dies einen Handelskrieg provozieren kann. Die schlimmsten Handelskriege habe die Welt während der Wirtschaftskrise in den frühen 1930er Jahren erlebt.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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