Narzisstische Gesellschaft: Immer mehr Kaufsüchtige in Deutschland


(C) G-NRW, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Die Kaufsucht soll in Deutschland stark angestiegen sein, heißt es in einer Studie der Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee. So zeigte sich bei der Auswertung, dass im Vergleich zum Jahr 2010 der Anteil der kaufsüchtigen Personen von zuvor 7 Prozent auf nun fast 12 Prozent angestiegen ist.

Zahlreiche Menschen nutzen den Konsum dafür, um negative Gefühle zu kompensieren und sich so ein Glücksgefühl zu verschaffen. Da mit dem Kauf und Erhalt einer Ware das eigentliche, psychologische, Problem nicht gelöst wurde, wird schon bald erneut unnützer Krempel gekauft, um sich so scheinbar, zumindest kurzzeitig, zu befriedigen.

Im Jahr 2011 haben wegen "negativer Gefühle" etwa 10 Prozent so ihr psychologisches Defizit ausgeglichen, mittlerweile ist der Wert gar auf 14 Prozent angewachsen. Dies bedeutet, dass mittlerweile zahlreiche Deutsche nicht zur Bedarfsdeckung einkaufen, sondern nur, um eine psychologische Kompensation zu erfahren - was sogar bis hin zum pathologischen Kaufzwang reichen kann.

Auch ein deutlicher Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland konnte in einer aktuellen Studie an der Hochschule Ludwigshafen ausgemacht werden. In Westdeutschland blieb der Anteil der Kaufsüchtigen im Vergleich zum Jahr 2011 mit etwa 10 Prozent gleich, in Ostdeutschland stieg er jedoch von 6 auf nun 19 Prozent an.

Worauf diese Steigerung im Osten Deutschlands zurückzuführen ist, sei nicht direkt klar. Mit Blick auf die 1990er Jahre hätte es das Problem der Kaufsucht fast nicht in Ostdeutschland gegeben. Dann, in den 2000er Jahren, war es angewachsen und erreichte zuletzt deutlich gestiegene Werte. Weitere Hintergrundzahlen zur Sache, siehe Quelle der Saarbrücker-Zeitung.

Einen passenden Buchtipp zur Thematik können wir Ihnen mit dem Werk "Die narzisstische Gesellschaft: Ein Psychogramm" ans Herz legen. Hier zeigt der Autor Hans-Joachim Maaz deutlich auf, um was es geht. Ein schonungsloses, klarsichtiges Psychogramm unserer orientierungslosen Gier- und Konsumgesellschaft - Unsere Gesellschaft ist in die Narzissmus-Falle geraten. Solange wir keine Mittel und Wege finden, den Narzissmus und die ihm zugrunde liegende Bedürftigkeit zu zähmen, so lange gleichen alle unsere Versuche, die Krise zu überwinden und die gesellschaftlichen Verhältnisse doch noch zum Besseren zu verändern, einem Stühlerücken auf der Titanic.

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