Westerwelle: Beitritt der Türkei in die EU weiter vorantreiben


(C) Greece Gov, 2011, Bild: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Sollte die Türkei der Europäischen Union beitreten oder nicht? Über diese Frage herrscht eine gespaltene Meinung. Ein Großteil lehnt den Beitritt klar ab. Mit Blick nach Deutschland hat sich nun der Bundesaußenminister Guido Westerwelle klar für einen Beitritt der Türkei in die EU ausgesprochen.

Aus diesem Grund soll neuer Schwung in die zuletzt erneut ins Stocken geratenen Beitrittsverhandlungen gebracht werden. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung sagte Westerwelle, dass "wir Europäer" das erste Halbjahr des kommenden Jahres dafür nutzen sollten, um mit Verhandlungen über weitere Kapitel zu beginnen.

Weiter sagte er: "…sonst kann es uns leicht passieren, dass wir bald mehr Interesse an der Türkei haben als die Türkei an uns". Die Türkei hätte im vergangenen Jahrzehnt eine atemberaubende Erfolgsgeschichte geschrieben, stellte Westerwelle für sich fest.

Außerdem würden die jüngsten Entwicklungen in der Region gezeigt haben, dass die Türkei eine Art "Brücke" in die islamische Nachbarschaft Europas ist. Das Land würde zu Recht fordern, dass bei den EU-Beitrittsverhandlungen "Fairness, Zuverlässigkeit und Respekt" gelten müssten, hieß es weiter.

Deutlich kritischer sehen jedoch zahlreiche andere Politiker den Beitritt der Türkei zur EU. So etwa auch der Vorsitzende der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Markus Ferber. Dieser sagte zur Thematik in Brüssel, dass bevor man über die Eröffnung weiterer Kapitel nachdenkt, erst mal die anderen abgeschlossen werden müssen.

Hierbei machte er auch deutlich, dass ein angestrebter Beitritt der Türkei zur Europäischen Union nur "schwer zu verdauen" ist. Der eingeschlagene "großtürkische Kurs", welchen die Türkei seit Jahren vorantreibt, sei ein deutliches Beispiel dafür, dass es sich vielmehr um eine Abwendung von Europa handelt.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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