Twitter: Algorithmus soll Hoax Falschmeldungen entlarven


(C) Andreas Eldh, 2011, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Da sich immer wieder Falschmeldungen über den Kurznachrichtendienst "Twitter" verbreiten, trotz der Kontrolle von zahlreichen Usern der Plattform, wurde nun ein neuer Algorithmus entwickelt, der von Forschern aus Chile stammt. Angeblich soll dieser Abhilfe schaffen, damit sich solche "Hoax"-Meldungen nicht mehr verbreiten können.

Die sogenannten Tweets werden dabei anhand von 16 Kriterien auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Dabei soll die Software unteranderem auch das bisherige Verhalten eines jeweiligen Urhebers, der bei Twitter Mitteilungen veröffentlicht hat, analysieren, wie etwa sprachliche Merkmale, welche möglicherweise auf eine Lüge schließen lassen. Bei ersten Tests soll der Algorithmus angeblich recht gute Ergebnisse geliefert haben, schreibt man seitens der Entwickler.

In einem Bericht der "Huffington Post" heißt es dazu, dass die Ergebnisse im kommenden Jahr veröffentlicht werden. In der Vergangenheit haben immer wieder verschiedene Falschmeldungen ihr Unwesen, auch bei der Kurznachrichtenplattform Twitter, getrieben. Viele Nutzer verbreiten Nachrichten von Twitter teils unhinterfragt und oft auch ohne diese selbst gelesen zu haben weiter.

Spezielle Software (Bots) tut den Rest, womit Twitter hin und wieder zu einem Kanal für Desinformation wird. Viele der eingespeisten Falschmeldungen werden meist schnell von Medien und anderen Nutzern entlarvt, aber die schiere Menge an „Tweets“ macht eine umfassende Kontrolle praktisch unmöglich. Ab und an geraten Falschmeldungen gar bis in die Mainstream-Medien.

Der Algorithmus aus Chile soll das nun ändern. Aus der aktuellen Sicht heraus kann die Software aber nicht vollends als "Perfekt" angesehen werden. Seitens der Entwickler behauptet man aber, dass es zumindest einige verräterische Merkmale gibt, welche es erlauben würden, wahre von falschen Tweets zu trennen.

Dabei macht man insgesamt deutlich, dass es verschiedene typische Anzeichen für erfundene Twitter-Meldungen gibt. Kurzmitteilungen bei Twitter (sog "Tweets") sind demnach umso glaubwürdiger, je mehr „Follower“ ein jeweiliger Verfasser hat. Längere Tweets und auch solche die URLs - vor allem Verlinkungen auf die 10.000 meistbesuchten Seiten im Internet - enthalten, sind tendenziell glaubhafter, schreibt man weiter.

Außerdem sollen Kurzmitteilungen (Tweets) mit einer negativen oder kritischen Grundhaltung eher der Wahrheit entsprechen. Bei der sogenannten Interpunktion soll helfen, dass Lügen schneller entlarvt werden. Demnach würde etwa die Software dann die Alarmglocken schrillen lassen, wenn häufig Ausrufe- oder Fragezeichen verwendet werden. Auch würden Personalpronomen in der ersten oder dritten Person möglicherweise darauf hindeuten, dass es sich um eher zweifelhafte Inhalte handeln könnte.

Auch die Verwendung von Emoticons (Smilies), die Nennung von anderen Usern, die Zahl der Retweets und die Zahl der vorherigen Meldungen eines Users zur selben Thematik werden vom Algorithmus für die Analyse herangezogen. Dabei muss natürlich darauf hingewiesen werden, dass nicht die einzelnen Punkte des Algorithmus zählen, sondern alle analysierten Merkmale untereinander greifen und eine entsprechende Bewertung (innere Gewichtung) bieten.

Insgesamt bedeutet dies natürlich nicht, dass weiterhin Falschmeldungen (Hoax) bei Twitter "die Runde machen". Professionelle Schreiber/Verbreiter, welche ein Interesse an der Verbreitung solcher Falschmeldungen haben, werde die Software und deren analytische Merkmale auswerten und dementsprechend ihre Nachrichten "umformen", damit die Software nicht anspringt. Einen direkten Schutz (Software) gibt es nicht, es sei denn, man sperrt alle Nutzer aus. Es kann aber durchaus in Verbindung mit der Software und menschlicher Mithilfe von zahlreichen Individuen die Wahrscheinlichkeit für den Verbreitungsgrad derartiger Hoax-Meldungen deutlich verringert werden.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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