Weltuntergang am Freitag: Etwa 1000 Anhänger einer Sekte in China festgenommen


(C) Abode of Chaos, 2009, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Wegen dem angeblich prophezeiten Weltuntergang, herrscht bei vielen Menschen eine Art Untergangsstimmung. In China hat man es damit ein wenig einfacher, hier werden potenzielle Sektenstrukturen gleich mal eingekerkert, zumindest die ungewollten.

So hat man in den vergangenen Tagen bereits fast eintausend Mitglieder einer "Weltuntergangs"-Sekte festgenommen, da diese für den kommenden Freitag das "Ende aller Tage" erwarten würden. Hierbei geht es um Anhänger des Kults "Allmächtiger Gott", in der chinesischen Provinz Qinghai.

Man schlug aber auch in anderen Regionen zu, etwa in der südwestlichen Provinz Guizhou, schreibt die Tageszeitung "Xinjing Bao". Allein hier wurden 357 Anhänger der Sekte festgenommen. Diese Sekte erwartet durch den Maya-Kalender begründet am kommenden Freitag den Untergang der Welt und hat entsprechende Maßnahmen vorbereitet.

Chinesischen Medienberichten zufolge haben Anhänger der Sekte dazu aufgerufen, in einer "Entscheidungsschlacht" den "roten Drachen" des Kommunismus zu erschlagen. Dies scheint man bei der chinesischen Staats-Oligarchie nicht gerne gehört zu haben.

Forscher haben immer wieder betont, dass die Welt nicht am 21./22. Dezember 2012 "untergehen" wird. Wie die Welt "untergehen" soll, was viele Menschen scheinbar wirklich glauben, bleibt eher schleierhaft und kann dabei wohl durchaus mit irrationalen Ansichten beschrieben werden.

Wenn irgendetwas endet, dann ist dies ein durch Menschenhand erdachter Zeitzyklus. Dass jene durch die Spezies Mensch erfundene Sache einen Weltuntergang einleiten wird, kann durchaus als pathologisch-negative Strömung bezeichnet werden. Was endet ist ein Kalender, welcher danach weitergehen wird.

Gegründet wurde die benannte Sekte in den 1990er Jahren und im Jahr 1995 verboten. Seither lebt der Gründer-Guru Zhao Weishan in den USA im Exil. Im Endeffekt erwartet die mittlerweile groß erwachsene Sektenstruktur den Ausbruch einer neuen Zeit, welche durch die Ankunft eines weiblichen Heilands gekennzeichnet sein soll.

Da dieses ominös herbeigesehnte Gottwesen eine Art Konkurrenz für das chinesisch-kommunistische Regime (ebenfalls eine Art Sekte; selbstlegalisiert) darstellt, hat man entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die Kommunistische Partei duldet dabei keine Kritik an der eigenen Alleinherrschaft und ging deswegen auch schon in der Vergangenheit immer wieder gegen diverse Religionsgruppierungen vor, etwa auch gegen die verbotene Bewegung Falun Gong.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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