Gewalt: Videospiele kein Grund für Amokläufe


Symbolisch; Spiel: Call of Duty

Nach jedem Amoklauf kommt der eingepflanzte Reflex der Massen zum Vorschein, dass die Waffen oder auch die sogenannten Killerspiele das Böse an sich sind. Auch nach der jüngsten Tragödie an einer Grundschule in den USA ging die Suche nach dem Schuldigen los.

Dieser war schnell gefunden. Die Waffen und auch Gewalt-Videospiele machte man als Übeltäter aus. Wie immer braucht die meist falschliegende Masse, die Gesellschaft, einen Sündenbock, um die eigene narzisstische Kompensation (so und nicht anders war es) zu erfüllen.

Derartige Tragödien kann man entsprechend auch politisch ausschlachten, die etablierten Medien sind hier stets zur Stelle, um den Blick der Massen auf entsprechende Themen zu lenken. Auch Videospiele werden meist im gleichen Atemzug mit der Waffenindustrie genannt.

Fast nicht behandelt werden Medikamente, welche Psychosen etc. auslösen können. Angeblich soll auch Adam Lanza ein fanatischer Videospieler gewesen sein und etwa "Call of Duty" gezockt haben, auch andere Games hätte er gerne gespielt, welche einen eher gewalttätigen Hintergrund hatten.

Warum etwa Massen an Kinobesuchern, welche entsprechende Filmchen konsumieren, nicht zum Amok-Freak mutieren, bleibt eher unklar. Gewaltspiele können nicht als einziger Grund gezählt werden. Weitere Faktoren spielen mit hinein: Medikamente (Psychopharmaka etc.), soziale Bedingungen (narzisstisch dominiertes Elternhaus/Schule, Mobbing usw.) und weitere formende Impulse müssen mit einberechnet werden.

Es gibt Menschen, die seit Jahren derartige Spiele spielen und absolut keine Anzeichen eines potenziellen Amokfreaks zeigen. Dabei deuten die Statistiken auch darauf hin, dass die Masse der Videospieler eher harmlose Alltagsmenschen sind (auch viele beim Staat arbeitende Menschen sind „Zocker“). Doch da es gerade so viele Zocker gibt, kann hier zufälligerweise auch ein potenzieller Amokläufer in der Masse schlummern.

In einem aktuellen Artikel der Washington Post heißt es dazu, dass in den zehn Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Videospiele keine Verbindung zwischen dem Konsum von Videospielen und Tötungsdelikten durch Schusswaffen festgestellt werden konnte.

US-Amerikaner geben jährlich Milliarden für Games aus, doch noch mehr Geld (pro Kopf) für Games geben die Länder Niederlande und Südkorea aus. Die USA haben dabei die mit Abstand höchste Rate an Schusswaffen-Opfern, obwohl Länder wie Südkorea und die Niederlande, an der Bevölkerung gemessen, mehr Videogames konsumieren. Dort sind derartige Amokläufe, Gewalt allgemein, eher nicht extrem höher.

Viele Gamer scheinen also die Gesellschaft eines Landes nicht gewalttätiger zu machen. Genauso gut gibt es Millionen an Schusswaffenbesitzern (legal), speziell auch in den USA. Die meisten davon sind harmlose Menschen, welche durch die amerikanische Verfassung ein besonderes Interesse am Besitz von Schusswaffen hegen.

Die Lösung kann also nicht sein, dass der Staat (ebenfalls Menschen; ggf. mit pathologischen Defiziten) alle Waffen bekommt und die Bevölkerung entwaffnet wird. In den USA sind mehrere hundert Millionen Waffen im privaten Besitz. Ein direkter Vorstoß zur Entwaffnung der US-amerikanischen Bevölkerung würde der US-Bundesregierung sicherlich nicht gut bekommen.

  
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