Nach Attentat in Libyen/Bengasi: Bericht kritisiert Clintons Ministerium


(US/C) J. Christopher Stevens

Etwa drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf den in Libyen eingesetzten US-Botschafter Christopher Stevens (US-amerikanischer Diplomat) und andere Personen haben Regierungsexperten schwere Vorwürfe gegen das US-Außenministerium erhoben.

In einem nun vorgelegten Untersuchungsbericht kommt man zu dem Ergebnis, dass es viele, teils auch grobe Sicherheitsmängel gegeben hat, welche im Endeffekt das Attentat begünstigten. Dabei spricht die fünfköpfige Kommission auch von Führungsdefiziten in gleich zwei Abteilungen des US-Außenministeriums.

Speziell eine schlechte Koordination und undurchsichtige Verantwortlichkeiten hätten dazu geführt, dass die örtlichen Sicherheitsvorkehrungen im libyschen US-Konsulat der Stadt Bengasi unzureichend gewesen sind.

Der US-Botschafter Christopher Stevens war am 11. September 2012 bei einem Angriff auf das bengasische Konsulat getötet worden, dies im offiziell erklärten Zusammenhang mit dem damals veröffentlichten Mohammed-Schmähfilm.

Zunächst war die Regierung in Washington davon ausgegangen, dass ein tobender Mob das Gebäude gestürmt hatte, später stellte man jedoch fest, dass es eine professionell-terroristische Struktur gewesen ist, die den Überfall auf das US-Konsulat umsetzte.

Gleichzeitig kam es zur Stürmung der US-amerikanischen Botschaft in Kairo. Der „jemenitische Al-Kaida-Zweig“ bezeichnet den Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi als Racheakt für die Tötung von Abu Yahya al-Libi, der am 4. Juni 2012 bei einem US-amerikanischen Drohnenangriff in Pakistan starb.

Den bisherig offiziell mitgeteilten Untersuchungen zufolge gab es angeblich bei US-Geheimdiensten keine besonderen Warnungen vor einem anstehenden Angriff auf das Konsulat, mit einem solchen Ausgang.

Bemängelt wird zudem, dass die USA sich in Bengasi zu sehr auf libysche Milizen und private Sicherheitskräfte verlassen hätten. Einen Schatten wirft der tödliche Vorfall in Libyen dabei auch auf die US-Außenministerin Hillary Clinton, die ihren Posten nach vierjähriger Amtszeit aufgibt.

  
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