Deutschland: Ökonomen korrigieren Prognose für die Konjunktur deutlich


(C) Martin Fisch, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Die weiter vorherrschende Krise im Euroraum wirkt sich nach aktueller Ansicht des deutschen Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung deutlich stärker auf die Konjunktur aus, als man bislang angenommen hatte.

Am Dienstag korrigierte man seitens der Ökonomen die bisherige Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden und im darauffolgenden Jahr nach unten - es wird gar von einer ausgeprägten Schwäche der Konjunktur gesprochen.

Im kommenden Jahr 2013 wird es wohl nur einen äußerst schwachen Wert beim Bruttoinlandsprodukt geben, um die 0,3 Prozent. Im Herbst dieses Jahres ging man eigentlich noch von einem Wachstum von 1,1 Prozent aus - die Korrektur fällt also deutlich aus.

Mit Blick auf das Jahr 2014 gehe man derzeit davon aus, dass es möglicherweise eine Zunahme um 1,5 Prozent geben könnte. Jener Anstieg würde dabei aber ebenfalls unter den bisherigen Annahmen zurückbleiben und zudem ist aus aktueller Sicht heraus nicht direkt prognostizierbar, ob die Zunahme auch so eintritt.

Das Tempo der wirtschaftlichen Leistung in Deutschland habe sich im laufenden Jahr 2012 mehr und mehr abgeschwächt, wobei im Schlussquartal die gesamtwirtschaftliche Produktion sogar um etwa 1,2 Prozent recht kräftig sinken könnte. Ein Hauptgrund dafür sei unter anderem die Ausfuhrflaute und die abermals rückläufigen Investitionen von Unternehmen.

Zuletzt zeigte sich auch, dass sich die Armut in Deutschland immer weiter verfestigt. Wer arm ist, der bekommt immer weniger Chancen dazu, dass er der Armut entfliehen kann. Die Armutsquote liegt dabei seit Jahren zwischen 14 und 16 Prozent.

Das kritisierte die Vizesprecherin der Nationalen Armutskonferenz, Michaela Hofmann, in Berlin. Es sei ein Skandal, dass sich diese Zahl auf so hohem Niveau einpendele. Nach ihrer Einschätzung ist "Armut politisch gewollt".

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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