Wegen Patriot-Raketen: Ahmadinedschad sagt Besuch in der Türkei ab


(C) Jose Cruz, 2009, Bild: Wikipedia (CC BY 3.0 BR)

Eigentlich plante der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ja einen Besuch in der Türkei. Doch wegen der dortigen Stationierung von "Patriot"-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze wurde dieser nun abgesagt.

Zuletzt hatte man seitens des iranischen Generalstabs davor gewarnt, dass die Aufstellung dieser Raketen womöglich zu „einem Weltkrieg führen könnte“.

Mit dem Verweis auf diplomatische Kreise berichtete die Zeitung "Todays Zaman", dass Ahmadinedschad an diesem Montag auf Einladung des türkischen Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan in der südtürkischen Provinz Konya an einer Feier zum 739. Todestag des persischsprachigen Dichters Dschalal ad-Din Muhammad Rumi teilnehmen sollte.

Doch am vergangenen Sonntag soll man den Besuch überraschend abgesagt haben, heißt es weiter. Die Türkei hatte die Nato um Flugabwehrraketen vom Typ Patriot ersucht, um ihre etwa 900 Kilometer lange Grenze zum Nachbarsland Syrien zu schützen – wegen möglicher Raketenangriffe.

Insgesamt sollen sechs Fla-Raketenbatterien - zwei aus den USA, zwei aus Deutschland und zwei aus den Niederländen - unter Nato-Führung auf türkischem Territorium in Stellung gebracht werden.

Die Stationierung von Fla-Raketensystemen an der türkisch-syrischen Grenze trägt nicht zur politischen Regelung des Problems bei, sondern bringt im Gegenteil ein zusätzliches Spannungselement, wie der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch am Freitag auf einem Briefing gesagt haben soll.

Auch seitens der USA hatte man zuletzt angegeben, zwei Batterien der Fla-Raketensysteme Patriot in der Türkei zur Gewährleistung der Sicherheit ihres Nato-Verbündeten an der Grenze zu Syrien zu stationieren, schrieb „New York Times“.

Die USA, Deutschland und auch die Niederlande bereiten dementsprechend zusammen die Stationierung von "Patriot"-Abwehrsystemen in der Türkei vor, nachdem die Regierung in Ankara im Konflikt mit Syrien um Unterstützung gebeten hatte. Der Einsatz soll Anfang kommenden Jahres beginnen. Die beiden deutschen Staffeln werden aller Voraussicht nach in der Nähe der Großstadt Kahramanmaras im Süden der Türkei stationiert, etwa hundert Kilometer von der Grenze entfernt.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch)

  
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