Ägypten: Opposition ruft zu weiteren Protesten gegen das Verfassungsreferendum auf


(C) Gigi Ibrahim, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nach der ersten stattgefundenen Wahlrunde zur Abstimmung über das ägyptische Verfassungsreferendum hat die Opposition des Landes nun zu neuen Protesten aufgerufen. Am vergangenen Samstag appellierte man an die Ägypter, dass man am kommenden Dienstag auf die Straßen gehen solle - um die Freiheit zu verteidigen.

Auch solle man Fälschungen entgegentreten und darüber hinaus den angestrebten Verfassungsentwurf zurückweisen. Zuletzt hatte auch der deutsche Bundesentwicklungsminister Niebel gesagt, dass Ägypten möglicherweise in eine Diktatur abgleiten könnte.

In den vorläufigen Ergebnissen hatte man seitens der Muslimbrüder, Präsident Mohammed Mursi, bekanntgegeben, dass man 56,6 Prozent der Wählerstimmen erhalten habe. Damit sei eine Mehrheit zur Annahme des Verfassungsentwurfs zu sehen. Doch die Nationale Heilsfront entgegnete dazu, dass man nur das offizielle Ergebnis akzeptieren wird.

Das offizielle Ergebnis wird erst am kommenden Samstag bekanntgegeben. Hierbei hatte man seitens des ägyptischen Wahlkommissionsmitglieds Mohammed al-Tanbuli gesagt, dass dieses Ergebnis erst nach der zweiten Runde bekanntgegeben wird.

Etwa 57 Prozent der in Kairo einbezogenen Wähler soll nach den vorläufigen Ergebnissen die Annahme des Textes abgelehnt haben. Mit Blick auf die ägyptische Stadt Alexandria hätte es hingegen eine Mehrheit gegeben.

Am vergangenen Samstag waren zur Abstimmung zehn Provinzen aufgerufen, am kommenden Samstag folgen die anderen 17 Provinzen. Zusammengenommen sind etwa 51,3 Millionen ägyptische Bürger zu den Wahlen aufgerufen.

Die Nationale Heilsfront hatte zuletzt kritisiert, dass es zu zahlreichen Unstimmigkeiten gekommen ist. Man warf der Muslimbruderschaft vor, dass man Wähler beeinflusst hätte. In den Wahllokalen sollen Anhänger der Muslimbruderschaft für den Verfassungsentwurf geworben und auch Lebensmittel an die Wähler verteilt haben.

Kritiker sehen in dem neuen Verfassungsentwurf für Ägypten, dass die Islamisierung des Landes weiter vorangetrieben werden soll. In diesem Zusammenhang hatte sich auch der deutsche Politiker Niebel eingebracht und gesagt, dass durchaus die Gefahr dafür besteht, dass unter Mursi und der Muslimbruderschaft wieder ein autoritäres System aufleben könnte.

Bild-Quelle: flickr (symbolisch)

  
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