Studie: Übergewicht problematischer als Mangel an Nahrung


(C) FatM1ke, 2008, Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Viele Menschen glauben, dass Übergewicht doch nicht so problematisch sein kann. Ein paar Pfunde für schlechte Zeiten sozusagen. Dieses Ammenmärchen ist zwar in vielen Köpfen verankert, doch mit der Realität hat es relativ wenig zu tun - wobei sicherlich auch eine psychologische Komponente mit hineinspielt.

Die bislang weltweit größte Studie zu dieser Thematik hat ergeben, dass zum ersten Mal die Anzahl der Lebensjahre, welche direkt durch Überernährung verloren gehen, jene übersteigt, welche durch Nahrungsmangel hervorgerufen werden.

In der Studie "Global Burden of Disease" kommt man dabei zu dem Schluss, dass es zwar durchaus Fortschritte bei der Bekämpfung von verbreiteten Infektionskrankheiten gegeben hat, wodurch das Leben von Millionen Kindern gerettet wurde - doch das wichtigste an dieser Studie ist im Gesamtergebnis, dass viele Menschen die meiste Zeit ihres Lebens krank oder mit körperlichen Einschränkungen verbringen. An dieser groß aufgezogenen Studie nahmen fast 500 Wissenschaftler aus 50 Staaten der Welt teil. Die Erhebung ist damit die umfangreichste Untersuchung zur menschlichen Gesundheit, welche jemals durchgeführt wurde.

In der Analyse untersuchte man etwa die Verbreitung von Todesursachen und Krankheiten. Mit dieser Studie werden dabei Einblicke in die Gesundheit geliefert, die mit dem Umfang und der Tiefe der Sequenzierung des Genoms vergleichbar sind. Die gewonnen Daten verglich man mit jenen, welche 1990 gesammelt worden sind. Das Ziel bestand darin, mögliche Trends auszumachen.

Im Fazit der Auswertungen stellte sich dabei überraschend heraus, dass Übergewicht ein mittlerweile größeres Problem ist, als der Mangel an Nahrungsmitteln. In den Daten von 1990 stellte man heraus, dass damals noch Unterernährung die häufigste Ursache für Erkrankungen gewesen war. Heute werden also mehr Menschen durch zu viel, als durch zu wenig Essen krank. Übergewicht kann zudem verschiedene Krankheitsbilder auslösen, wobei ein zu hoher Blutdruck sehr weit verbreitet ist.

Aber auch die Ursache für einen Schlaganfall oder Herzerkrankungen sind im zunehmenden Maße durch die Ursache des Übergewichts begründet. Beide Faktoren sind zusammengenommen für ein Viertel aller Todesfälle weltweit verantwortlich. Das Problem des Übergewichts und damit gekoppelter Krankheitsbilder ist jedoch nicht nur ein Problem der westlichen Staaten. Auch im Mittleren Osten steigt der BMI (Body-Mass-Index) an.

Bild-Quelle: Wikipedia (symbolisch für "Fettleibigkeit")

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