London: Russland in Ermordung Alexander Litvinenkos involviert


(C) ed g2s, 2004, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder verschiedene Spekulationen über die Todesumstände zu Alexander Litvinenko. Nun haben Behörden aus Großbritannien, nach eigenen Angaben, ausreichend Beweise zusammengetragen, welche zeigen würden, dass Russland an den Mord an Litvinenko direkt beteiligt ist.

In zahlreichen vertraulichen Dokumenten seien zum Mord an den EX-Geheimdienstagenten Alexander Litvinenko "ausreichend Elemente" vorhanden, um so die direkte Verwicklung des russischen Staates an den Tod zu beweisen, sagte der Ermittlungsleiter Hugh Davies.

Der Beginn des Verfahrens sei auf den kommenden Mai (2013) festgelegt worden, wobei der Fall unter dem Titel "inquest" geführt wird und entsprechend die Umstände zum Tod des ehemaligen Mitarbeiters des russischen Geheimdienstes FSB (Nachfolgestruktur des KGB) klären soll.

Zudem unterstrich man, dass dieses Justizverfahren parallel zu den weiteren polizeilichen Ermittlungen laufen würde und nicht der direkten Feststellung der strafrechtlichen Verantwortung dienen soll.

Der benannte Litvinenko war im November des Jahres 2006 an einer Polonium-Vergiftung gestorben - eine bislang übliche Methodik geheimdienstlicher Schattenstrukturen (off the books), nachdem er in einem Londoner Hotel mit dem russischen Agenten Andrej Lugowoi und dem Geschäftsmann Dmitri Kowtun Tee getrunken hatte.

Der Fall selbst sorgt bereits seit Jahren für Konflikte zwischen Russland und Großbritannien. Die Regierung in Moskau hatte sich bis zuletzt immer wieder geweigert Lugowoi auszuliefern, welchen die britische Justiz als Hauptverdächtigen sieht. Der frühere Agent sitzt seit mehreren Jahren für eine nationalistische Partei im russischen Parlament.

Alexander Litvinenko war KGB-Agent und FSB-Offizier, später Putin-Kritiker und Buchautor. Beim FSB, der russischen Nachfolgeorganisation des KGB ab 1991, war Litvinenko im Kampf gegen Terrorismus und organisiertes Verbrechen eingesetzt.

Litvinenko machte eine Reihe von Anschuldigungen öffentlich, die seine früheren Geheimdienstkollegen von KGB und FSB und den früheren FSB-Chef Wladimir Putin belasten oder diskreditieren. Die Beerdigung auf dem Londoner Highgate-Friedhof wurde nach islamischem Ritus abgehalten, da Litvinenko kurz vor seinem Tod zum Islam übergetreten war. Mehr zum bisherigen Verlauf hier

  
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